Die Studie zu den Studienbedingungen an deutschen Hochschulen belegt außerdem, dass immer weniger Stunden in der Woche mit Nebenjobs verbracht werden. Klingt erst einmal ganz gut, oder? Aber hat das nicht viel mehr etwas mit der Tatsache zu tun, dass kaum Zeit für Nebenjobs bleibt? Soviel zum Thema weniger Arbeitsaufwand… Das spiegelt sich dann auch gleich in der sozialen Struktur der Studierenden wieder: Nur noch 40% kommen aus einem Nicht-Akademiker-Haushalt.
In einem Punkt hat die Studie jedoch auf jeden Fall Recht: Das Studium ist effizienter geworden. Die Durchschnittstudienzeit hat sich von 11,9 Semestern auf 10,6 Semestern verringert. Dafür denken mittlerweile nur noch 54 %, dass es bei dem Studium darum ginge, eigene Ideen zu entwickeln (Vergleich: Anfang der Neunzigern waren es noch über 60%).
Worum geht es denn sonst bei einem Studium, neben dem Erwerb von Kompetenzen, wenn nicht um das eigene Denken? Wo sollen die neuen Konzepte entstehen, die Entdeckungen gemacht werden? Wo ist denn der Ort für Innovatives, Provokatives und Ungewöhnliches, wenn nicht auch in der Uni? Wenn die Studenten beim Studieren das Denken verlernen, wer hinterfragt dann noch? – Aber vielleicht ist das auch ein Vorteil – dann würden sie auch keine Statistiken mehr hinterfragen. Und vielleicht würden sie dann dieser Studie einfach glauben, die belegt, dass die Studenten Deutschlands eigentlich waaahnsinnig zufrieden sind.
… Die Zahlen hören sich an, wie ein Märchen aus einem fremden Land. Von welchen Unis ist hier jetzt genau die Rede? Glaube keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast – einer meiner Lieblingszitate, wenn es um Statistiken geht. Statistiken können super sein, aber sind sehr flexibel: Je nachdem welche Antwort sie auf problematische Fragen geben möchten, lassen sie sich dehnen und biegen. Für diese Studie wurden im WS 06/07 28 000 Studenten an 16 Universitäten und 9 Fachhochschulen per Fragebogen befragt, die Rücklaufquote betrug 32 %. Zuersteinmal gehe ich davon aus, dass vor allem engagierte Studenten einen solchen Fragebogen auch zurückschicken. Also Studenten, die vielleicht auch generell eine hohe Eigeninitiative im Studium zeigen und weniger Probleme damit haben. Nicht, dass ich mich nicht tierisch über die vorliegenden Ergebnisse freuen würde – wenn sie nur stimmen würden!
Wie kann es sein, dass die gute Betreuung der Dozenten geschätzt wird, wenn sich zwischen 1997 und 2006 die Betreuungssituation an deutschen Unis relational verschlechtert hat? Durchschnittlich kommen auf einen Professor 57 Studenten, besonders schlecht sieht es in den Sprach- und Kulturwissenschaften (81 Studierende pro Professor) und in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (109 Studierende) aus.
Kann wirklich jeder studieren? Bafög machts möglich. Aber wie bei anderen Finanzierungshilfen auch bringt Euch das nichts, wenn ihr nicht wisst, wie es funktioniert. Also für alle Neuanfänger und Hilfesuchende: Wie kommt Ihr eigentlich zu eurer Unterstützung?
Vor dem Bafög steht ein Bafög Antrag. Dazu muss man wissen, dass die Regierung der Meinung ist, nur die sollten Unterstützung erhalten, die sie wirklich benötigen. Das bedeutet, dass zu Anfang ermittelt wird, wieviel Geld ihr im Monat bekommt und, und das kann nervig sein, wieviel Geld eure Eltern verdienen. Außerdem noch, welche Vermögenswerte ihr besitzt, vom Barvermögen bis zum Bausparkonto. weiterlesen »
Es ist ja viel geschrieben worden in den letzten Jahren. Bachelor kommt, Bachelor vermiest die Bildung Deutschlands, Bachelor ist da – Meinungen und Ansichten gibt es zum Thema massenhaft.
Gerade in Studentenkreisen war der Bachelor ein viel beäugtes, an Schule und Unterricht gemahnendes Studienmodell, welches aufgrund der geringen Studienzeit und den teilweise sehr oberflächlich präsentierten Inhalten einen eher schlechten Ruf genoss.
Ich möchte hier keine Lanze für die Bachelorstudiengänge brechen – sicherlich ist die Implementierung dieses amerikanischen Modells hierzulande noch weit von einem zufriedenstellenden Abschluss entfernt. Aber: Für den Fall, dass die Nachteile eines Magisterstudienganges unter den Tisch gefallen sind – hier sind sie nochmal, aufbereitet von einem Magisterstudenten in den letzten Zügen… ähhh.. Semestern.
Das Studium dauert endlos lange. Im Magisterstudiengang, gerade bei Geisteswissenschaftlern, besteht die Gefahr, dass aufgrund von mangelnder Kontrolle ein bis zwei Semester durch Auslandsaufenthalte oder ausgedehnte Heimsitzungen schlicht wegfallen. Das fällt dann unter “Studiengefühl”.
Das Studium am Ende hat mit dem Studium an Anfang nichts mehr zu tun. Das Grundstudium ist ein schwaches Beben unter dicken Nebelschwaden im Hirn des auf sein erst im Hauptstudium formuliertes Ziel zueilenden Studenten. Er hat durch das Grundstudium gelernt, wie er im Hauptstudium vorzugehen hat – die Inhalte selbst sind meist vergessen.
Die Themen der Vorlesungen sind weltfremder als ein Ständchen “Give Peace a Chance” von George Bush. Es geht meistens um jüdische Autoren, die zu irgendeinem Zeitpunkt aus einem Kaff in der Nähe von Deutschland vertrieben worden sind, und was die heutzutage so tun. Die Worte “Kultur” und “Verantwortung als Erbe” fliegen im Raum herum und treffen den unvorbereitenden Studenten wie Tranquilizer aus Gewehren zur Elefantenjagd. Das leise Schnarchen wird von den Diskutierenden meist als beflügelnd wahrgenommen, weil es sie daran gemahnt, dass am Ende der anstrengenden 4 Stunden Studium ein Mittagsschläfchen in der Kantine winkt.
Kurz gesagt – Bachelorstudiengänge sind zwar oberflächlich, zu kurz geraten und kindisch, sie nehmen aber dem Großteil der dahinvegetierenden Studentenschaft die Grundlage für zu langes Grübeln und zwingen sie dazu, sich etwas weltnaher und dynamischer zu geben.
Die neuen Studienabschlüsse sind einschneidend. Denn der Bachelor und der Master lassen eine Unsichersicht spürbar werden. Insbesondere in dem Bachelor sehen die Studenten ein Hindernis. Und eine hohe Akzeptanz in der deutschen Wirtschaft für diesen akademischen Studienabschluss scheint noch nicht gegeben zu sein. Daher wollen immer mehr Studenten an den Bachelor den Master anschließen. Aber nicht alle Studenten erhalten automatisch einen Studienplatz für den Master. Denn für den Master gelten Zulassungskriterien, die auch die durchschnittliche Abschlussnote des Bachelors berücksichtigen.
Und die zentrale Studienberatung hat eine Quote ausgeschrieben. Dabei darf die durchschnittliche Abschlussnote des Bachelor nicht schlechter als 2,5 sein, um einen Studienplatz für den Master zu erhalten. Aber sollte eine Quote über den Studienplatz entscheiden? Das Problem der Quoten ist, dass sie schlecht kommuniziert werden. Die Aussagen sind wage. Und der Leistungsdruck der Studenten wächst. Denn alle Leistungsnachweise fließen in die Abschlussnote des Bachelors ein. Das Gefühl, eine Quote erreichen zu müssen, wird somit zu einem ständigen Wegbegleiter im Studium.
Quoten scheinen allgegenwärtig zu sein. Auch wenn manche Universitäten oder Fachhochschulen einen Studienplatz für den Master nicht über Quoten vergeben, so regeln sie aber die Zulassung zum Bachelor über Quoten. Letztendlich werden zahlreiche Studienfächer über Quoten geregelt, und das Studium bekommt somit einen elitären Charakter.
Der neue Sonderbericht aus der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) stellt fest, dass die Integration der ausländischen Studierenden verbesserungswürdig ist. Das beklagen zumindest die ausländischen Mitstudierenden.
Für den Bericht wurden im Sommersemester 2006 so genannte Bildungsausländer befragt, die zum Studium nach Deutschland gekommen sind. Durchgeführt wurde die Untersuchung von dem Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Der DSW-Präsident Rolf Dobischat meint dazu, dass die Integration stark von der sozialen Infrastruktur des Studiums abhängig sei. Doch wie kann man das ausbauen? Es gibt für ausländische Kommilitonen einige Anlaufpunkte: Oft werden Einführungsseminare oder Rundgänge über den Campus angeboten, Erasmus-Partys etc. organisiert. Trotzdem haben die Neuankömmlinge unter dem komplizierten deutschen Studiensystem zu leiden, dass gerade durch die Studienreform noch weniger Durchblick verschafft. Und gerade der Kontakt zu deutschen Kommilitonen ist nicht einfach, meistens ist es einfacher unter sich zu bleiben – das gilt für beide Seiten. Doch jeder, der schon einmal ein Semester im Ausland war, weiß genau wie es einem geht, wenn die Sprache kaum verstanden wird, jeder beschäftigt zu sein scheint und man scheinbar in der großen Anonymität unterzugehen scheint. Die Studentenwerke fördern z.B. durch einen Wohnheim-Tutorenprogramm soziale Kontakte für ausländische Studierende, die hier organisatorische oder persönliche Fragen und Probleme einen Ansprechpartner finden.
Ein weiteres Problem ist auch die finanzielle Situation. 77% der rund 190.000 ausländischen Studierenden in Deutschland kommen aus so genannten Entwicklungs- und Schwellenländern und haben oft deutlich geringere Einnahmen als ihre deutschen Kommilitonen. Viele haben einen Nebenjobs, andere wiederum werden von Eltern oder durch Stipendien unterstützt.
Das vollständige Statement von DSW-Präsident Rolf Dobischat gibt es hier zum Download.
In der heutigen Zeit ist eine gute Ausbildung der beste Weg um eine gute Stelle zu bekommen und anschließend sein Auskommen zu haben. Eine gute Ausbildung besteht entweder aus eine Lehre oder einem Studium wobei ein Studium, egal in welchem Fachbereich, die größten Chancen bietet.
In vielen Bundesländern besteht nun die Möglichkeit, Studiengebühren von den Studenten zu verlangen. In vielen Bundesländern wird das auch durchgeführt, meistens in der Höhe von 500 Euro im Semester. Einige private Universitäten verlangen deutlich mehr. Tchibo hat derzeit ein Studium für etwa 200 Euro im Programm. Zunächst einmal sind zwei Auswirkungen möglich. Die eine ist, dass junge Menschen sowohl von der Studiendauer als auch von den Kosten abgeschreckt werden, ein Studium aufzunehmen.
Ein Medizinstudium dauert inklusive Facharztausbildung gerne bis zum 35. Lebensjahr. Bis man seine Schulden getilgt und seine Existenz mit einem Job in Frankfurt aufgebaut hat, ist man leicht 40. Dann kann man an eine Familie denken. Mit Geld geht’s schneller. Das heißt, Geld der Eltern kann entscheiden für die Wahl der Ausbildung sein. Krankenschwester, weil es der sicherere Weg ist oder aber Arzt, weil Vater sowieso eine Praxis hat. Damit replizieren sich die Kasten selbst. Und Frauen haben dann die Auswahl, noch kurz mit 40 mal eben eine Familienpause zu machen und weiter geht’s im Job in Berlin.
Andererseits können Studiengebühren auch den Wert des Studiums und des Abschlusses steigern. Man geht sorgsam mit der Zeit und dem Geld um, das man sich geliehen hat. Jeder, der ein Geschäft eröffnet, muss wagen um zu gewinnen. Gleichzeitig ist die Bereitschaft, überfüllte Praktika und Losverfahren zu akzeptieren, bei einem zahlenden Kunden geringer. Der Druck auf ordentliche Arbeit bei den Lehrstuhlinhabern könnte steigen.
Die Universität Köln erhebt Studiengebühren. Sie hat die Studiengebühren angelegt, für eine spätere Verwendung. Die Praktika sind nach wie vor überfüllt und werden verlost. Geld scheint dann doch der Numerus Clausus der Zukunft zu werden.
Mit der Einführung des Bachelors und des Masters in den letzten Jahren, ist der studentische Zeitplan noch viel gestraffter geworden. Immer mehr Leute höre ich klagen, dass sie ja gerne ins Ausland wollten, aber dafür einfach keine Zeit haben, aus Angst nicht alle Module rechtzeitig abschließen zu können. Ein weiterer Nachteil dieser, ansonsten auch durchaus positiven, Umstrukturierung, ist die immer geringer werdende Möglichkeit, nebenher arbeiten gehen zu können. Nicht alle Studierenden bekommen Bafög und es kommt leider immer wieder vor, dass die Eltern sie trotzdem nicht finanziell unterstützen können oder wollen. Die Semesterferien sind voll gepackt mit Prüfungen, Klausuren und Praktika und im Semester bleibt erst recht kein Freiraum einfach mal so 10 oder 20 Stunden die Woche zu arbeiten. Zum Glück gibt es Studienkredite, die zwar am Ende des Studiums einen kleinen Schuldenberg hinterlassen, aber zumindest das Studium überhaupt ermöglichen.
Eine der Lösungen für Studierende im höheren Semester ist der Bildungskredit. Das Bundesverwaltungsamt bietet in der Abschlussphase des Studiums die Möglichkeit eines zinsgünstigen Kredites von bis zu 7.200 Euro pro Ausbildungsabschnitt an. Das Gute daran ist, dass der Bildungskredit unabhängig vom eigenen Einkommen und dem der Eltern ist und zudem mit erstaunlich wenig Bürokratieaufwand verbunden ist. Wem die im Schnitt 300 Euro im Monat allerdings zu wenig sind, bzw. wer gleich zu Beginn des Studiums finanzielle Unterstützung benötigt, der kann sich auch über andere Studienkredite informieren, die aber zum Teil mit einem höheren Bewerbungsaufwand verbunden sind oder spezielle Einschränkungen haben. Studierende die Bafög beziehen und über ihre Regelstudienzeit hinaus sind, können auch die Hilfe zum Studienabschluss des Bafögamts in Anspruch nehmen.
Die Freiburger Universität muss sich in Sachen Studiengebühren nun etwas Neues einfallen lassen, denn vom Freiburger Verwaltungsgericht wurde der im letzten Semester eingeführte Rabatt für Studenten mit einem IQ über 130 wieder gekippt.Die eingeführten Studiengebühren machten einzelnen Universitäten doch erheblich zu schaffen, so gab es doch eine deutliche Zahl an Abwanderungen in Bundesländer, in denen keine Studiengebühren erhoben wurden. Die 500 Euro Studiengebühren bedeutete für viele Studenten eine unglaublich hohe finanzielle Belastung. Um die Universität Freiburg trotzdem für Studenten attraktiver zu machen, ließ man sich den Schlaumeier-Rabatt einfallen. Studenten, die anhand eines weniger als drei Monate zurückliegenden IQ-Test belegen können, dass ihr IQ höher als 130 liegt, den würde man die 500 Euro Gebühren erlassen. Kein schlechter Handel, aber angesichts von lediglich zwei Prozent Bundesbürgern mit mehr als einem IQ von 130 doch mehr als eine gezielte Werbemaßnahme. Immerhin gab es aber Studenten, die sich dank dieser Regelung von den Studiengebühren freikaufen konnten.
Zum Kippen gebracht hat den Rabatt ein Student, der gefordert hatte, dass man die eigentlichen Studienleistungen in das Rabattmodell mit einbeziehen sollte. Wer also sehr gute und herausragende Leistung innerhalb des Studiums erreicht, für den sollte der Rabatt ebenfalls gelten, so die Ansicht des Studenten. Das Freiburger Verwaltungsgericht stimmte dem Kläger zu und legte fest, dass ein Rabatt allein aufgrund des IQs nicht zulässig sei.
Damit hat sich die wunderbare Marketing-Strategie der Universität Freiburg wieder verflüchtigt, aber genug Publicity hat es trotzdem gebracht.