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Erneuerbare Energien studieren: Inhalte, Wege und Berufsaussichten

Wind, Sonne, Speicher und Netze: Ein Studium im Bereich erneuerbare Energien verbindet Technik mit Klimaschutz. Hier erfährst du, welche Studienformen es gibt, was dich inhaltlich erwartet und wie gut die Jobchancen sind.

Studierende stehen mit einem Dozenten zwischen Solarmodulen auf dem Dach eines Hochschulgebäudes

Die Energiewende braucht Menschen, die sie planen, bauen und betreiben. Ob Windpark, Solaranlage auf dem Lagerhallendach oder Wärmepumpe im Neubau: Hinter jedem Projekt stehen Fachleute, die Technik, Wirtschaftlichkeit und Umweltaspekte zusammendenken. Wenn du dich für Naturwissenschaften interessierst und mit deiner Arbeit etwas bewegen willst, ist ein Studium mit Schwerpunkt erneuerbare Energien eine Überlegung wert. In diesem Beitrag erfährst du, was dich erwartet, welche Wege es gibt und worauf du bei der Wahl achten solltest.

Was du im Studium lernst

Studiengänge rund um erneuerbare Energien sind meist ingenieurwissenschaftlich aufgebaut. Die ersten Semester legen das Fundament, danach wird es spezifischer. Typische Inhalte sind:

  • Grundlagen: Mathematik, Physik, Elektrotechnik, Thermodynamik und Strömungslehre
  • Technologien: Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft, Bioenergie, Geothermie und Solarthermie
  • Systeme: Energiespeicher, Stromnetze, Sektorkopplung und Wasserstofftechnik
  • Planung und Wirtschaft: Projektmanagement, Energierecht, Wirtschaftlichkeitsberechnung und Standortanalyse
  • Praxis: Laborversuche, Simulationen und meist ein Praxissemester oder Pflichtpraktikum

Unterschätze den Mathe- und Physikanteil nicht. Gerade am Anfang sortieren diese Fächer viele aus. Wer hier dranbleibt, Übungsgruppen nutzt und Vorkurse besucht, hat es später deutlich leichter.

Welche Studienformen es gibt

Du kannst das Thema auf ganz unterschiedlichen Wegen angehen. Welcher passt, hängt von deiner Lebenssituation und deinem Lerntyp ab.

StudienformPasst zu dir, wenn …
Vollzeitstudium an einer Universitätdu dich für Forschung und vertiefte Theorie interessierst
Vollzeitstudium an einer Hochschule für angewandte Wissenschaftendu praxisnah und in kleineren Gruppen lernen möchtest
Duales Studiumdu von Anfang an Geld verdienen und Berufserfahrung sammeln willst
Fernstudium oder berufsbegleitendes Studiumdu bereits arbeitest, etwa nach einer technischen Ausbildung

Außerdem lohnt sich ein Blick auf verwandte Studiengänge. Viele Hochschulen bieten Maschinenbau, Elektrotechnik, Energietechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen mit einer Vertiefung in regenerativen Energien an. Das hält dir mehr Türen offen, falls du dich später doch anders orientierst.

Voraussetzungen und Bewerbung

In der Regel brauchst du die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und Berufserfahrung ist je nach Bundesland auch ein Studium ohne Abitur möglich. Viele Studiengänge sind zulassungsfrei, andere haben einen örtlichen Numerus clausus. Manche Hochschulen verlangen ein Vorpraktikum, das du vor dem Studienstart oder in den ersten Semestern nachweisen musst.

Diese Schritte helfen dir bei der Vorbereitung:

  1. Prüfe auf den Seiten der Hochschulen, ob ein Vorpraktikum gefordert ist und wie lange es dauern muss.
  2. Achte auf Bewerbungsfristen, denn sie unterscheiden sich zwischen zulassungsfreien und zulassungsbeschränkten Studiengängen.
  3. Nutze Studieninfotage oder Schnuppervorlesungen, um ein Gefühl für die Inhalte zu bekommen.
  4. Frisch deine Mathekenntnisse auf, zum Beispiel mit einem Vorkurs.

Worauf du bei der Wahl achten solltest

Nicht jeder Studiengang mit „Energie“ im Namen setzt die gleichen Schwerpunkte. Schau dir deshalb das Modulhandbuch genau an. Liegt der Fokus eher auf Elektrotechnik und Netzen oder auf Gebäudetechnik und Wärme? Gibt es Wahlmodule, mit denen du dich spezialisieren kannst? Wie gut ist die Hochschule mit Unternehmen aus der Region vernetzt? Gerade für Praktika und Abschlussarbeiten sind Kontakte zu Stadtwerken, Projektierern oder Anlagenherstellern Gold wert.

Auch das Umfeld zählt: Wohnkosten, Größe der Stadt und Freizeitangebote beeinflussen, wie wohl du dich im Studium fühlst. Plane deine Finanzierung frühzeitig und erkundige dich beim BAföG-Amt oder deinem Studierendenwerk, welche Unterstützung dir zusteht.

Berufsaussichten nach dem Abschluss

Der Ausbau von Solar- und Windenergie, die Modernisierung der Netze und der Umbau der Wärmeversorgung sorgen für anhaltende Nachfrage nach technischen Fachkräften. Absolventinnen und Absolventen arbeiten unter anderem in diesen Bereichen:

  • Planung und Projektierung von Wind- und Solarparks
  • Energieversorger und Stadtwerke, etwa im Netzbetrieb
  • Ingenieur- und Energieberatungsbüros
  • Anlagenbau, Wartung und technischer Vertrieb
  • Forschung an Hochschulen und Instituten
  • Behörden und Kommunen, zum Beispiel im kommunalen Klimaschutz

Das Gehalt hängt stark von Branche, Region, Unternehmensgröße und Tarifbindung ab. Mit einem Master stehen dir zusätzliche Wege in Forschung und Führungspositionen offen, für viele Jobs reicht aber auch der Bachelor.

Häufige Fragen

Brauche ich sehr gute Noten in Mathe und Physik?

Gute Noten helfen, entscheidend sind aber Interesse und Durchhaltevermögen. Vorkurse und Lerngruppen erleichtern dir den Einstieg erheblich.

Ist ein spezialisierter Studiengang besser als ein klassischer Ingenieurstudiengang?

Nicht unbedingt. Ein spezialisierter Studiengang gibt dir früh einen klaren Fokus, ein breiter Studiengang mit Vertiefung lässt dir mehr Flexibilität. Beide Wege führen in die Branche.

Kann ich erneuerbare Energien auch dual studieren?

Ja, einige Hochschulen kooperieren mit Unternehmen der Energiebranche. Du bewirbst dich dabei meist zuerst beim Unternehmen und erhältst während des Studiums eine Vergütung.

Wo finde ich passende Studiengänge?

Hilfreich sind die Studienportale der Hochschulen, die Studienberatung deiner Wunschhochschule und die Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Dort bekommst du auch Tipps zu Zulassung und Fristen.