Die Studie zu den Studienbedingungen an deutschen Hochschulen belegt außerdem, dass immer weniger Stunden in der Woche mit Nebenjobs verbracht werden. Klingt erst einmal ganz gut, oder? Aber hat das nicht viel mehr etwas mit der Tatsache zu tun, dass kaum Zeit für Nebenjobs bleibt? Soviel zum Thema weniger Arbeitsaufwand… Das spiegelt sich dann auch gleich in der sozialen Struktur der Studierenden wieder: Nur noch 40% kommen aus einem Nicht-Akademiker-Haushalt.

In einem Punkt hat die Studie jedoch auf jeden Fall Recht: Das Studium ist effizienter geworden. Die Durchschnittstudienzeit hat sich von 11,9 Semestern auf 10,6 Semestern verringert. Dafür denken mittlerweile nur noch 54 %, dass es bei dem Studium darum ginge, eigene Ideen zu entwickeln (Vergleich: Anfang der Neunzigern waren es noch über 60%).

Worum geht es denn sonst bei einem Studium, neben dem Erwerb von Kompetenzen, wenn nicht um das eigene Denken? Wo sollen die neuen Konzepte entstehen, die Entdeckungen gemacht werden? Wo ist denn der Ort für Innovatives, Provokatives und Ungewöhnliches, wenn nicht auch in der Uni? Wenn die Studenten beim Studieren das Denken verlernen, wer hinterfragt dann noch? – Aber vielleicht ist das auch ein Vorteil – dann würden sie auch keine Statistiken mehr hinterfragen. Und vielleicht würden sie dann dieser Studie einfach glauben, die belegt, dass die Studenten Deutschlands eigentlich waaahnsinnig zufrieden sind.

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