Die Europa-Universität Viadrina liegt nicht nur direkt am Fluss von Frankfurt/ Oder, sondern auch nahe der Grenze zu Polen, das zur Stärkung der deutsch-polnischen Beziehungen beiträgt. Knapp ein Drittel der Studenten kommen aus Polen und absolvieren ihr Studium an der Europa-Universität Viadrina.
Im Jahre 1991 wurde die Universität neu gegründet und folgt ihrem Konzept, Studenten aus aller Welt dort zusammenzuführen und aus dem Studium eine internationale und interdisziplinäre Ausbildung zu machen. Viadrina kommt aus dem Lateinischen und lässt sich mit ‘die an der Oder gelegene‘ übersetzen. weiterlesen »
Die Auswirkungen der Bologna-Reform in Deutschland sind nicht mehr zu übersehen. Seit März letzten Jahres kam es in vielen deutschen Städten zu Studentenprotesten, um gegen die neue Hochschulreform, für mehr Eigenständigkeit und zu hohe Studiengebühren zu demonstrieren.
Viele Studenten in Deutschland sind so aufgebracht, dass sie keine andere Möglichkeit mehr sehen, als zu demonstrieren oder gar die Universitäten zu besetzen. Vor allem in den Großstädten, wie Berlin und München besetzten die Studenten Hörsäle und Mensen. Forderungen waren hier vor allem eine Abschaffung der Studiengebühren, Mitspracherecht bei allen Entscheidungen der Universitäten, als auch eine massive Umgestaltung der Hochschulordnung.
Seit Umsetzung der Bologna-Reform und den daraus resultierenden Wegfall der Universitätsabschlüsse Diplom und Magister zugunsten der Bachelor- und Masterabschlüsse fühlen sich viele Studenten von den an sie gestellten Erwartungen überfordert. weiterlesen »
In zahlreichen deutschen und österreichischen Hochschulen und Universitäten werden zur Zeit die Hörsäle besetzt und für eine Verbesserung in der Bildung gekämpft. Auch Schüler schließen sich den Protesten an, die Anfang Dezember einen neuen Höhepunkt finden sollen.
Die Studentenproteste vom Sommer 2009 gehen nun in die zweite Runde. Seit der Bundesweiten Großdemo am 17. November sind an zahlreichen Deutschen Universitäten die Hörsäle besetzt. Die bundesweiten Proteste, die für eine Woche geplant waren, sind damit also noch lange nicht vorbei. Im Gegenteil, am Wochenende nahmen die Protestaktion mit der Blockierung des Hotel Adlon in Berlin, wo der Kongress “Führungstreffen Wirtschaft” stattfand, durch Demonstrierende einen neuen Höhepunkt.
Gekämpft wird für eine Verbesserung der schlechten Umsetzung der Bologna-Reform und die damit verbundene starren Studiengänge, die kaum persönliche Gestaltung zulassen und darüber hinaus keine Zeit lassen für z. B. Nebenjobs, obwohl an den meisten deutschen Hochschulen Studiengebühren um die 500 Euro pro Semester fällig werden. weiterlesen »
Hat man das Abitur in der Tasche kann man entsprechend dem NC einer Uni oder Hochschule eigentlich alles studieren wonach einem der Kopf steht. Komplizierter ist es da schon wenn man eben nicht die Hochschulreife erreicht hat, doch es ist nicht unmöglich. Auch für diejenigen, welche die Regelschulzeit nach Hauptschul- oder Realschulabschluss beendet haben, können zum Beispiel mit mehrjähriger Berufserfahrung den Zugang zum Studium bekommen.
Studieren ohne Abitur ist von Bundesland zu Bundesland in Deutschland unterschiedlich geregelt, das liegt daran das Bildung nun mal Bundessache ist und trotz Bundeskultusministerkonverenz nicht so bald geändert wird.
Eine andere Möglichkeit überhaupt erst einmal in den studentischen Alltag rein zu schnuppern, ist diese eine Gasthörerschaft zu beantragen. Studieninteressierte können so an Veranstaltungen der jeweiligen Fakultät teilnehmen und ohne Leistungsnachweise oder Examen schreiben zu müssen einige Vorlesungen besuchen.
Doch seit März 2009 hat die Kultusministerkonferenz eine bundeseinheitliche Regelungen für die Vergabe von Studienplätzen an berufserfahrene Meister oder Techniker. Wer bereits langjährige Erfahrung in seinem Beruf gesammelt hat, kann nach bestehen eines Eignungsfeststellungsverfahren zum Studium zugelassen werden und das ganz ohne Abitur. Dieses Verfahren sieht in der Regel entweder einen Auswahltest vor oder aber ein einjähriges Probestudium, wodurch die im Beruf bereits erworbenen Kenntnisse unmittelbar in das Studium eingebracht werden können. weiterlesen »
Die Studie zu den Studienbedingungen an deutschen Hochschulen belegt außerdem, dass immer weniger Stunden in der Woche mit Nebenjobs verbracht werden. Klingt erst einmal ganz gut, oder? Aber hat das nicht viel mehr etwas mit der Tatsache zu tun, dass kaum Zeit für Nebenjobs bleibt? Soviel zum Thema weniger Arbeitsaufwand… Das spiegelt sich dann auch gleich in der sozialen Struktur der Studierenden wieder: Nur noch 40% kommen aus einem Nicht-Akademiker-Haushalt.
In einem Punkt hat die Studie jedoch auf jeden Fall Recht: Das Studium ist effizienter geworden. Die Durchschnittstudienzeit hat sich von 11,9 Semestern auf 10,6 Semestern verringert. Dafür denken mittlerweile nur noch 54 %, dass es bei dem Studium darum ginge, eigene Ideen zu entwickeln (Vergleich: Anfang der Neunzigern waren es noch über 60%).
Worum geht es denn sonst bei einem Studium, neben dem Erwerb von Kompetenzen, wenn nicht um das eigene Denken? Wo sollen die neuen Konzepte entstehen, die Entdeckungen gemacht werden? Wo ist denn der Ort für Innovatives, Provokatives und Ungewöhnliches, wenn nicht auch in der Uni? Wenn die Studenten beim Studieren das Denken verlernen, wer hinterfragt dann noch? – Aber vielleicht ist das auch ein Vorteil – dann würden sie auch keine Statistiken mehr hinterfragen. Und vielleicht würden sie dann dieser Studie einfach glauben, die belegt, dass die Studenten Deutschlands eigentlich waaahnsinnig zufrieden sind.
… Die Zahlen hören sich an, wie ein Märchen aus einem fremden Land. Von welchen Unis ist hier jetzt genau die Rede? Glaube keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast – einer meiner Lieblingszitate, wenn es um Statistiken geht. Statistiken können super sein, aber sind sehr flexibel: Je nachdem welche Antwort sie auf problematische Fragen geben möchten, lassen sie sich dehnen und biegen. Für diese Studie wurden im WS 06/07 28 000 Studenten an 16 Universitäten und 9 Fachhochschulen per Fragebogen befragt, die Rücklaufquote betrug 32 %. Zuersteinmal gehe ich davon aus, dass vor allem engagierte Studenten einen solchen Fragebogen auch zurückschicken. Also Studenten, die vielleicht auch generell eine hohe Eigeninitiative im Studium zeigen und weniger Probleme damit haben. Nicht, dass ich mich nicht tierisch über die vorliegenden Ergebnisse freuen würde – wenn sie nur stimmen würden!
Wie kann es sein, dass die gute Betreuung der Dozenten geschätzt wird, wenn sich zwischen 1997 und 2006 die Betreuungssituation an deutschen Unis relational verschlechtert hat? Durchschnittlich kommen auf einen Professor 57 Studenten, besonders schlecht sieht es in den Sprach- und Kulturwissenschaften (81 Studierende pro Professor) und in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (109 Studierende) aus.
Die neuen Studienabschlüsse sind einschneidend. Denn der Bachelor und der Master lassen eine Unsichersicht spürbar werden. Insbesondere in dem Bachelor sehen die Studenten ein Hindernis. Und eine hohe Akzeptanz in der deutschen Wirtschaft für diesen akademischen Studienabschluss scheint noch nicht gegeben zu sein. Daher wollen immer mehr Studenten an den Bachelor den Master anschließen. Aber nicht alle Studenten erhalten automatisch einen Studienplatz für den Master. Denn für den Master gelten Zulassungskriterien, die auch die durchschnittliche Abschlussnote des Bachelors berücksichtigen.
Und die zentrale Studienberatung hat eine Quote ausgeschrieben. Dabei darf die durchschnittliche Abschlussnote des Bachelor nicht schlechter als 2,5 sein, um einen Studienplatz für den Master zu erhalten. Aber sollte eine Quote über den Studienplatz entscheiden? Das Problem der Quoten ist, dass sie schlecht kommuniziert werden. Die Aussagen sind wage. Und der Leistungsdruck der Studenten wächst. Denn alle Leistungsnachweise fließen in die Abschlussnote des Bachelors ein. Das Gefühl, eine Quote erreichen zu müssen, wird somit zu einem ständigen Wegbegleiter im Studium.
Quoten scheinen allgegenwärtig zu sein. Auch wenn manche Universitäten oder Fachhochschulen einen Studienplatz für den Master nicht über Quoten vergeben, so regeln sie aber die Zulassung zum Bachelor über Quoten. Letztendlich werden zahlreiche Studienfächer über Quoten geregelt, und das Studium bekommt somit einen elitären Charakter.
Leider hat es sich für Professoren und Professorinnen noch nie, im wahrsten Sinne des Wortes, ausgezahlt viel Energie in ansprechende Vorlesungen und interessante Seminare zu stecken. Wichtig für die akademische Laufbahn sind vor allem die Länge ihrer Publikationsliste und die Anzahl der besuchten Kongresse im Jahr, um Vitamin B zu pflegen. Und tatsächlich haben sich viele Habilitierte nicht für eine Karriere an der Uni aufgrund ihrer großen pädagogischen Leidenschaft entschieden – solche werden in den meisten Fällen Lehrer. Viele nehmen liebend gerne ein Forschungssemester nach dem anderen – sie wollen Wissen produzieren, aber es nicht weitergeben. Doch irgendjemand muss doch auch Interesse am Lehren besitzen??
In Berlin zum Beispiel haben der regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und der Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner nun einen Masterplan „Wissen schafft Berlins Zukunft!“ vorgestellt. Hier wird unter anderem auch die Gründung eines „Berlin Institute of Professional Teaching in Higher Education“ geplant, dass die Lehrqualität verbessern soll. Eine Art Kompetenzzentrum für Professoren und Professorinnen soll es werden, die in Fortbildungskursen die hohe Kunst des Lehrens lernen sollen. Ein guter Ansatz, der hoffentlich irgendwann einmal Früchte trägt. Denn die methodischen Anforderungen an die Lehre sind leider fast gleich null an der Universität. Studierende haben keinerlei Möglichkeit die Qualität der Lehre zu beeinflussen, außer sie treffen auf einen zufällig sehr engagierten Dozenten.
Die Umfrage der Universität Hohenheim unter knapp 5000 Studierenden an 48 Universitäten, genannt „Gebührenkompass“, ergab, dass nur 21 Prozent den Eindruck hatten, ihr Geld werde sinnvoll eingesetzt. Schade.
Nachdem in vielen Bundesländern die Studiengebühren nun eingeführt wurden, drängt sich eine Frage auf: Und? Wohin fließt das Geld? In die Verbesserungen der Studienbedingungen und der Lehre? Oder doch eher in die Bürokratie und in Prestige-Objekte?
Zumindest ein Vorteil haben die Studiengebühren – die Motivation, Studierende anzulocken, ist endlich für die einzelnen Unis größer geworden. Die Tatsache, dass immer mehr sich auch an den Rankings orientieren oder Prädikate wie Elite-Uni, sind ein weiterer Anreizpunkt, um attraktivere Studienangebote zu gestalten und sich auch in die Lehre zu investieren.
Doch da hört es dann schon fast auch auf. Denn die Studiengebühren in zusätzliche Dozenten umzusetzen ist nicht so einfach: Das Geld der Studierenden muss direkt zu den Studierenden fließen und nicht in die Grundausstattung der Hochschulen. Denn die sollen allein vom staatlichen Zuschuss abhängig sein. Neue Professorenstellen damit zu schaffen, würde heißen, staatliche Zuwendungen zu ersetzen – und somit zu riskieren, dass der Staat sich aus der Grundfinanzierung zurückzieht.
Also investieren die Hochschulen lieber in zusätzliche Tutorien, längere Bibliotheksöffnungszeiten oder eben in den zehnten Beamer. Generell ist das nicht schlecht, es gibt Institute, denen ein, zwei Beamer wirklich gut tun würden und längere Öffnungszeiten erleichtern das Studium. Aber das eine tun und das andere lassen geht trotzdem nicht. Der Mangel an Lehrkräften wird schmerzlich jedem deutlich, der auf der Suche nach Prüfern von Dozent zu Dozent wird und immer wieder, aufgrund Arbeitsüberlastung, abgewiesen wird. Oder auch in dem Seminar, was schon mit 30 Leuten gut besetzt wäre, in dem sich leider aber 80 Personen auf Stühle, Gang und Fensterbänke quetschen.
Die Frage ist nun: Sollte man das Risiko eingehen, den Staat von seiner Verantwortung zu entlasten oder die Unis weiter unter Personalmangel leiden lassen?
Eigentlich sollte es ja mit Bachelor und Master viel leichter werden ins Ausland zu gehen. Denn durch die internationale Übereinstimmung sollten nicht nur die Anerkennung von Leistungen leichter gemacht werden, sondern auch das Studium sollte schneller zu schaffen sein. Soweit der Plan. Im Endeffekt ist es allerdings schwerer geworden.
Das Studium ist in den meisten Fällen nur mit einem straffen Zeitmanagement und ca. 30 SWS in Regelstudienzeit zu schaffen. Auslandsaufenthalte, z.B. im Rahmen des Erasmus, verlangsamen das Studium, da nicht immer alle Seminare an der ausländischen Uni auch in dem Semester angeboten werden, in dem man sie braucht. So gerät durch einen Aufenthalt im Ausland der minutiös geplante Stundenplan durcheinander, das Resultat ist oft der Verzicht:
In den meisten Bachelorstudiengängen gehen weniger Studierende ins Ausland als die früheren Diplom- oder Magistergenerationen. Das zeigt die neue Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS).
So ist das zweite große Ziel der europaweiten Studienreformen, neben den vergleichbaren Abschlüssen, in Gefahr nicht erreicht zu werden: Die Förderung der Mobilität der Studierenden und eine größere Attraktivität der Auslandssemester.
Dennoch muss man sagen, dass zumindest die Mobilität in den Masterstudiengängen angestiegen ist. Das jedoch tröstet wenig, wenn der Trend immer mehr dazu neigt, nach dem Bachelor gleich in den Beruf einzusteigen.
Trotz den Barrieren ist Auslandserfahrung immer noch eine wichtige Voraussetzung bei vielen Unternehmen und deswegen lässt es sich schlecht darauf einfach so verzichten. Das heißt, das sich eine Verlängerung des Studiums auf jeden Fall lohnt – lieber ein Semester länger studiert, als keinerlei Auslands- und Sprachkompetenz. Jedoch ist es wichtig, im Vorfeld genau herauszufinden, welche Scheine im Ausland auch an der Heimat-Uni tatsächlich anerkannt werden – das ist oft ein kompliziertes Unterfangen.
Wer keine Lust auf diesen Aufwand während des Studiums hat, kann nach seinem Bachelor auch einfach ein paar Monate Praktikum im Ausland hintendran hängen – Das hat den gleichen Effekt.