Manchmal ist es nach langem Lernen ziemlich schwer, sich noch ausreichend konzentrieren zu können. Für zu Hause gibt es ein paar ganz einfache Konzentrationsübungen, die für lange Recherchen im Internet oder stundenlangem Sitzen in der Bibliothek Ausdauer trainieren können.
Hier ein paar Anregungen:
Der visuelle Anker
Setz dich bequem hin und atme fünfmal bewusst ein und aus. Dabei stellst du dir vor deinem inneren Auge ein Bild vor, das Wohlbefinden bei dir auslöst (zum Beispiel Wellen, Strand etc.) Nehme jede Einzelheiten wahr (die Farbe des Wassers, Möwengeschrei, der Salzduft). Tauche mit allen Sinnen in diese Situation ein und verharre eine Weile dort. Dann kehrst du allmählich wieder in das Hier und Jetzt zurück.
Akustische Konzentration
Stelle deine Musik oder deinen Fernseher für 10 Minuten sehr leise. Trotzdem versuchst du alles genau zu verstehen. Du kannst dich auch auf 15 oder 20 Minuten steigern. Wenn du dein Kurzzeitgedächtnis dabei trainieren möchtest, dann versuch das Gesprochene im Kopf zu wiederholen.
Blitzkreuzworträtsel
Wenn du ein Kreuzworträtselfreak bist, dann versuch in genau fünf Minuten, soviel wie möglich vom Rätsel zu lösen. Der Zeitdruck und das logische Denken erfordern eine erhöhte Konzentration.
Fremdsprachen
Du kannst auch deine Konzentration steigern und gleichzeitig eine Fremdsprache üben. Dabei zählst du einfach von 100 rückwärts bis 0. Eine Steigerungsmöglichkeit wäre in Zweier- oder Dreiersprüngen zu zählen.
Wer diese Übungen erfolgreich absolviert, ist wohl Meister oder Meisterin im Konzentrieren. Da kann die langweiligste Vorlesung am frühen Morgen sogar ohne Kaffee was bringen!
Du hast gerade eine Lern- oder Schreibblockade? Das ist völlig normal. Es gibt selten Leute, die locker lässig durch sämtliche Prüfungen gehen und fast jeder hat einmal diesen Moment, kurz vor Ende der Klausur, wo er denkt: “Verhauen!“
Schön, dass es vielen so geht. Doch diese Erkenntnis hilft erstmal nicht sonderlich weiter. Die Frage ist doch: Was mache ich bei einem totalen Blackout? Wie gehe ich mit meiner Panik vor mündlichen Prüfungen um und was hilft mir, wenn ich mich kein Bisschen mehr auf mein Lernpensum konzentrieren kann, sondern mich durch wirklich alles, selbst durch Anrufe von Oma, ablenken lasse?

„In der Blockade steckt die Innovation“ sagte irgendwann mal ein gaaanz Schlauer, so blöd es klingt, irgendwo hatte er ja fast schon wieder recht. Denn wenn einmal dieser tote Punkt überwunden ist, diese absolute Müdigkeit oder Lustlosigkeit, dann geht es danach meistens viel besser mit dem Lernen oder Schreiben.
Wichtig ist, dem Grund der Blockade nachzugehen. Habe ich Prüfungsangst und woher kommt die? Bin ich zu stark dem Leistungsdruck oder dem Perfektionismus verfallen? Bin ich irgendwann mal mit Krach durch eine Prüfung gefallen und deswegen ein gebranntes Kind? Bei solchen Ängsten ist es gut, sich einmal ganz neutral zu überlegen, was das SCHLIMMSTE sein könnte, das passieren kann. Meistens sind die Folgen schon dramatisch, aber trotzdem auszuhalten. Die Welt wird nicht untergehen, in den meisten Fällen gibt es einen zweiten oder dritten Versuch.
Außerdem spielt die Selbstmotivation beim Lernen eine große Rolle. Lerne ich für mich, weil ich diese Prüfung machen möchte? Oder fühle ich mich als ein Opfer von Statistik-Klausuren-Verschwörungen, die mir zur Strafe auferlegt wurden? Wenn ich eine Klausur oder Hausarbeit schreibe, dann war das immer meine Wahl – egal wie wenig mich das Thema interessiert oder wie grausam der Prüfer ist. Im besten Fall interessiert mich mein Lernthema natürlich, denn ein persönlicher Bezug motiviert am meisten auf langen Durststrecken!
Da sitzt du nun vor deinem Berg Bücher und Aufsätze und denkst: „Wie soll ich das innerhalb von zwei Wochen für meine nächste Prüfung in mich reinprügeln??“
Es gibt da unterschiedliche Art und Weisen mit diesem Dilemma umzugehen: Die einen fangen an wie wild Karteikarten zu beschreiben, die nächsten markieren grell-grün vor sich hin und die anderen gehen mit den Kumpels noch einen trinken. Doch was hilft tatsächlich effektiv eine große Menge von Lernstoff innerhalb von kurzer Zeit präsent zu haben?
Vor allem ist beim Lernen eins wichtig: Die richtige Methodik. Damit du vor der nächsten Prüfung nicht verzweifelst, hier einige Tipps zu den uterschiedlichen Lerntypen.
Bist du visuell veranlagt, lernst du am besten durch Bücher, Grafiken oder auch Videos. Du beschreibst die schon oben genannten Karteikarten und prägst dir bestimmte Symbole oder Bilder zu deinen Themen ein. Du weißt immer auf welcher Seite ein Stichwort steht und Mindmapping könnte eines deiner Grundlernmethoden werden.
Bist du eher der auditive Typ, dann konzentrierst du dich besser auf Hörbares: Vorlesungen sind also ziemlich wichtig für dich, zu Hause könnten dir Podcasts oder Lern- CDs liegen. Es hilft dir oft, wenn du dir selbst Dinge laut vorliest. Du bist gut im Auswendiglernen, brauchst aber einen ruhigen Arbeitsplatz.
Näherst du dich deinem Lernstoff eher von der kommunikativen Seite, dann sind Dialoge für dich besonders wichtig. Gut ist es, wenn du jemandem deine Thematik erklären kannst, ob in Lerngruppen, Diskussionen abends an der Bar oder vielleicht durch Rollenspiele. Manchmal hilft es dir Leute zu suchen, die keine Ahnung von deinem Thema haben – wenn sie es verstehen, dann weißt du, du hast es drauf!
Der so genannte motorische Lerntyp braucht unbedingt die Praxis. Du lernst, wenn du selber ausprobieren kannst „learning by doing“ ist deine Devise. Es hilft dir Dinge erst zu sehen und dann nachzumachen, aber auch aktive Bewegung könnte den Lerneffekt verbessern. Als Spanischstudent könntest du zum Beispiel Joggen und Vokabeln hören oder als Architekturstudentin bei einem Spaziergang durch die Stadtmitte unterschiedliche Gebäudearten analysieren.
Mit der Aufmerksamkeit der Studenten im Vorlesungssaal ist es so ein Ding – der Blick ins weite Auditorium kann so manchen Professor in tiefe Depressionen stürzen. Manche Köpfe liegen auf den verschränkten Armen, einige von ihnen lesen Zeitung, andere unterhalten sich und einige Studenten versuchen den Worten des Lehrmeisters zu folgen – die sind aber oft in der Unterzahl….
Da hat sich ein Dozent an der Frankfurter Universität etwas ganz Spezielles ausgedacht. Sein Preisgeld für seine exzellente Lehre verwendete Theo Dingermann nicht für private Zwecke, sondern investierte die immerhin 15.000 Euro in ein Abstimmungssystem. Und welch Wunder? Die Studenten honorieren diese Maßnahme mit ungeteilter Aufmerksamkeit, denn ganz dezent streut der Professor während seines Vortrages Fragen ein, gibt mehrere Antworten zur Auswahl und lässt abschließend darüber abstimmen. Im Anschluss werden dann auf der Leinwand die Ergebnisse in Form eines Balkendiagrammes ausgegeben und die richtige Antwort eingeblendet. Da diese Abstimmung völlig anonym geschieht, kann man ganz allein seinen Erfolg kontrollieren und muss nirgendwo Rechenschaft ablegen. Diese Art der Lernerfolgskontrolle ist inzwischen derart populär geworden, dass die Studenten den Dozenten schon aus eigenem Antrieb heraus zu neuen Fragen auffordern, um ihren Leistungsstand kontrollieren zu können. Gerade vor Klausuren ist dies ein bewährtes Mittel, denn statt der zähen Einzelfragen wird das gesamte Auditorium eingebunden.
Der Günther Jauch der Frankfurter Universität, Theo Dingermann, ist inzwischen der Liebling der Massen und hat selbst nicht mit diesem durchschlagenden Erfolg gerechnet. Da sich durch diese Lehrmethodik auch die Ergebnisse in den Klausuren verbessert haben, kann man an dieser Stelle von kreativer und motivierender Pionierarbeit sprechen, die anderorts ruhig Nachahmer finden sollte.