Gelsenkirchen – Ist der Ruf des Lehrstuhls wichtiger oder ein großes Angebot an Studentenkneipen? Welche Rankings helfen bei der Orientierung? Die Entscheidung, an welcher Hochschule man studieren möchte, fällt oft nicht leicht.

Lehre und Forschung

Wenn die Studienrichtung feststeht, lautet eine der ersten Fragen: Fachhochschule oder Universität? «Der Hauptunterschied liegt im Fokus von Forschung und Lehre», sagt Björn Albrecht von der Zentralen Studienberatung der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Traditionell gilt: Universitäten seien eher wissenschaftlich ausgerichtet, sie bilden den akademischen Nachwuchs aus. Fachhochschulen hätten einen stärker praktischen Bezug. Die Grenzen verschwimmen aber zunehmend.

Zugangsvoraussetzungen und Numerus Clausus

Ebenfalls wichtig: die Zulassungsvoraussetzungen. «Zunächst muss man die Aufnahmebedingungen prüfen», erklärt Thorsten Schütz, der als Coach in Bonn tätig ist und kostenpflichtige Studienberatungen anbietet. Handelt es sich um einen zulassungsfreien Studiengang? Gibt es einen Numerus Clausus (NC) oder ein besonderes Auswahlverfahren? In so einem Fall empfiehlt es sich, nicht nur auf eine Hochschule zu setzen, die den Wunsch-Studiengang anbietet.

Praxisnähe

Vorteile für die Karriere hat es, wenn die Hochschule Kontakte zu Arbeitgebern hat und praxisnah aufgestellt ist, sagt Hannelore Vásárhelyi von der Personalberatung Strametz & Associates aus Warburg (Nordrhein-Westfalen). Auch Bildungsmöglichkeiten im Bereich Soft Skills dürften nicht fehlen. Möglicherweise spielen für Studenten auch die internationale Ausrichtung und das Angebot von aufbauenden Studiengängen eine Rolle. Etwa dann, wenn sie schon vor dem Bachelor wissen, dass sie direkt den passenden Master anschließen möchten.

Hochschulrankings

Es gibt verschiedene Rankings, die solche Kriterien bewerten. Das Hochschulranking vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) aus Gütersloh gibt einen Überblick zu deutschen Hochschulen. Ergebnisse werden je nach Fachbereich veröffentlicht, neben objektiven Zahlen und Fakten fließen die Bewertungen von Studierenden und Lehrenden ein. International ist vor allem das Ranking Times Higher Education anerkannt: Jährlich werden die 1000 besten Universitäten der Welt gekürt. Im Fokus stehen unter anderem Lernumgebung, Relevanz der Forschungsarbeit und internationale Ausrichtung. Ähnliche Schwerpunkte legt das internationale QS World University Ranking.

Sich selbst ein Bild machen

Wem persönliche Einschätzungen wichtig sind, der kann Bewertungsportale ansteuern, in denen Studierende ihre Meinung äußern. «Diese Portale stellen einen einfachen Weg dar, um sich schnell ein Bild zu machen», sagt Vásárhelyi. Allerdings seien die Bewertungen sehr subjektiv. Wer wirklich wissen will, wie gut eine Hochschule zu ihm passt, sollte sich selbst ein Bild vor Ort machen.

«Die Studienberatungsstellen bieten dafür ein breites Spektrum an Orientierungsmöglichkeiten», erklärt Studienberater Albrecht. Studierende können zum Tag der offenen Tür kommen, Termine bei der Studienberatung machen oder Vorlesungen besuchen.

«Natürlich spielen bei der Wahl der Hochschule auch sehr persönliche Faktoren eine Rolle», sagt Albrecht. Möchte man am bisherigen Wohnort bleiben? Ist die Größe der Stadt wichtig oder die Nähe zu den Bergen? Daher spiele auch das Bauchgefühl eine entscheidende Rolle: «Man sollte sich am Studienort wohlfühlen – und das findet man nur durch einen persönlichen Besuch heraus.»

Fotocredits: Waltraud Grubitzsch,Foto Glasow,Studioline Photography,Andreas Hiepel
(dpa/tmn)

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