Eine Uni stellt sich vor.

Wenn man mit dem RE1 von Berlin nach dem eine Stunde entfernt liegenden Frankfurt an der Oder fährt, findet man sich in einer ganz anderen Welt wieder. Das kleine Städtchen besteht immer noch zum großen Teil aus Fachwerkhäusern und der morgendliche Spaziergang vom Bahnhof zur Universität ermöglicht einem einen weiten Blick über den bewaldeten Fluss hinüber nach Polen. An der Europauniversität Viadrina kann man Kulturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Jura studieren. Die überschaubare Universität liegt direkt an der Oder, die mit 850 km Länge zu den größten und naturbelassensten Flüssen Mitteleuropas gehört. Vom Gräfin-Dönhoff-Gebäude kann über eine Brücke direkt auf die Insel Ziegenwerder spazieren, die zum Europagarten 2003 ernannt wurde. Das Hauptgebäude ist ehemaliger königlich-preußischer Kulturbesitz, das Rathaus aus dem Mittelalter und die Marienkirche die größte Hallenkirche der norddeutschen Backsteingotik Deutschlands. -Dies alles hat wenig mit dem Bild zu tun, dass üblicherweise durch Filme wie Lichter oder Halbe Treppe von Frankfurt/Oder vermittelt wird. Deutsche und Polen studieren hier an beiden Seiten der Oder. Da das Studium an der Europauni sehr sprachenorientiert und das Austauschprogramm Teil des Studiums ist, ist die Gaststudentendichte an den eher überschaubaren Fakultäten besonders dicht. Allerdings ziehen nicht alle nach Frankfurt. Viele ziehen es vor, zwischen Berlin und ihrer Alma Mater zu pendeln.

Etwa zehn Minuten zu Fuß vom Hauptgebäude liegt die Grenze, die zeitgleich mit dem Eintritt Polens in den Schengen-Vertrag kontrollfrei geöffnet wurde. Eine Brücke über die Oder verbindet Frankfurt mit ihrer Zwillingsstadt Słubice, in welcher es übrigens unter anderem im Herbst ganz hervorragenden Spargel auf dem Markt zu kaufen gibt.

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