Noten? Auslandssemester? Bilingualer Studiengang? Das alles hilft den Unternehmen relativ wenig, wenn die Manieren zu wünschen übrig lassen. Ja richtig gehört: Tugenden und anständiges Benehmen sind wieder hoch im Kurs. Egal ob du es spießig findest oder nicht: Je nachdem, bei welchem Arbeitgeber du dich bewirbst, kommt es auf den richtigen Umgang an.

Gehen wir sie mal durch, die „deutschen Tugenden“ Pünktlichkeit, Fleiß und Disziplin – welche werden im Studium denn vermittelt?
Disziplin sollte eigentlich wirklich vorhanden sein, nach einem Bachelor-Studium, das die Studierenden nur von Prüfung zu Prüfung scheucht und zudem sie einen Berg von Organisationsaufgaben bewältigen lässt.
Pünktlichkeit – na gut, mittlerweile wird man ja auch zur Pünktlichkeit gedrillt. Die Zeiten wo die Leute in der ersten Dreiviertelstunde den Vorlesungssaal betreten und in der zweiten Dreiviertelstunde ihn langsam wieder verlassen sind wohl endgültig vorbei.
Fleiß: Das ist Ansichtssache.Viele Prüfungen zeugen noch nicht von Verständnis der Themen und oft verleitet das BA-Studium zum oberflächlichen Abhaken von Aufgaben. Oberflächlichen Fleiß könnte man das auch nennen.

Aber die sogenannten Soft-Skills die heutzutage beim Berufeinstieg verlangt werden, beinhalten noch mehr als die klassischen preußischen Tugenden: Höflichkeit, Motivation Konfliktfähigkeit und Teamgeist sind gefragt. Die Sozialkompetenzen lässt jedoch oft zu wünschen übrig. Schon zu Schulzeiten werden solche Kompetenzen nicht ausreichend gefördert, gerade im Studium geht es darum sich alleine irgendwie durchzuschlagen. Auf dem Massencampus bleibt wenig Zeit für persönliche Kontakte. Referate werden per E-Mail besprochen und im welchen Seminar lässt sich bitteschön Konfliktfähigkeit oder Teamwork erlernen, wenn man nicht gerade auf Lehramt studiert und ständig von Gruppenarbeiten genervt wird?
Immer mehr Unternehmen tendieren dazu, die Mängel der schulischen und akademischen Ausbildung selbst auszuradieren und unterziehen ihre Mitarbeiter einem „Tugend-Training“. Die Lufthansa zum Beispiel bietet Kurse in Umgangsformen und interkultureller Kompetenz für Flugbegleiter aber auch für Personal aus anderen Unternehmensbereichen an.
Also: Es lohnt sich vor dem nächsten Vorstellungsgespräch, sei es für einen Nebenjob oder einen Fulltime-Job, mal den Knigge in die Hand zu nehmen!

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