Prokrastination ist ein fast Jedem bekanntes Problem. Entweder hat man es selbst oder man kennt Jemanden, der immer wieder die wichtigen Dinge vertagt. Das Phänomen ist vor allem bei Studenten beobachtbar, doch auch bei anderen „Berufsgruppen“ wie bei Selbstständigen kommt Prokrastination oder Aufschieberitis vor. Was ist Prokrastination? Und was kann man dagegen tun?

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Mit der Prokrastination ist das so eine Sache: In einer Woche ist der Abgabetermin für die Hausarbeit. Natürlich wusste man vom Abgabetermin bereits seit Semesterbeginn. Die für das Thema ausgeliehenen Bücher liegen auch schon auf dem Schreibtisch. Sogar ein Word-Dokument, mit Deckblatt und allem drum und dran wurde angelegt. Jetzt muss man eigentlich nur noch anfangen. Aber genau dort liegt das Problem.

Prokrastination – Alles ist besser als lernen!

Man sitzt am Schreibtisch und starrt auf das leere Blatt. Der Blick schweift ab. Wie sieht es denn hier überhaupt aus?! Also legt man die Lernsachen beiseite und fängt erst einmal an, den Schreibtisch aufzuräumen. Wo man ja gerade dabei ist, kann ja auch noch eben Staub gesaugt werden. Staubstaugen genügt nicht. Vielleicht könnte man auch eben kurz das Zimmer wischen. Jetzt sind schon zwei Stunden vergangen. Erst einmal Einkaufen gehen und dann etwas Leckeres kochen, sich stärken. So geht es den ganzen Tag, bis man am Abend wieder am Schreibtisch sitzt, noch immer vor einem leeren Blattpapier. Jetzt ist es auch zu spät. Also beginnt der Kampf am nächsten Tag erneut.

Ein Wettlauf mit der Zeit

Dieses Aufschiebeverhalten nennt man im Volksmund Aufschieberitis oder aber Prokrastination. Der Begriff stammt vom lateinischen, „pro“ meint „für“ und „cras“ „morgen“. Also für morgen. Das Phänomen kann besonders gut bei Studenten und Selbstständigen beobachtet werden, was Wissenschaftler der freien Zeiteinteilung zuschreiben. Wissenschaftler unterscheiden hierbei jedoch zwischen „normaler“ Prokrastination und krankhafter Prokrastination.

Ist das normal?

Normale Prokrastination funktioniert in etwas so wie oben beschrieben. Bei meiner letzten Hausarbeit bekam ich die Eingebung, alle meine Pflanzen umzutopfen. So konnte ich den Beginn hinauszögern. Aber der Unterschied zu krankhaften Prokrastination liegt darin, dass die Aufgabe, in meinem Fall die Abgabe, trotzdem geschafft wird.

Krankhafte Prokrastination äußert sich für Betroffene dadurch, dass sie erhebliche Nachteile haben, die sie eigentlich lieber verhindern würden. Sie kann für die Aufschieber zu einem Teufelskreis werden, indem man sich immer wieder Ziele setzt, die man aufschiebt, nicht erreicht und wieder aufschiebt, bis der Punkt an dem die verlorene Zeit noch aufholt werden konnte, komplett verpasst wurde. Krankhafte Prokrastination kann durch die ständige Erfolgslosigkeit auch zu Depressionen führen. Daher gibt es mittlerweile psychologische Beratungsstellen, die sich um solche Fälle kümmern.

Was kann man gegen Aufschieberitis tun?

Bevor man anfängt zu lernen, sollte man den Schreibtisch bzw. das Zimmer komplett aufräumen, anstatt jeden Tag ein bisschen Ordnung zu schaffen. Außerdem sollte man sich realistische Ziele setzen, also seine Projekte in Einzelabschnitte zerlegen (z.B. heute schreibe ich die Einleitung, morgen den Forschungsstand…), dann kann man sich selbst nicht so sehr enttäuschen. Facebook, StudiVz etc. ausschalten! Außerdem sollte man sich ruhig Pausen gönnen, dabei aber vorher festlegen, wie lange diese gehen soll. Nach getaner Arbeit ist die Belohnung auch viel besser.