Private Hochschulen haben immer mehr Zulauf. In Hamburg ist die Hälfte aller Studenten an privaten Hochschulen eingeschrieben, in keinem anderen Bundesland ist der Anteil auch nur annähernd so hoch. Was ist der Unterschied zwischen privaten und staatlichen Hochschulen?

In Deutschland gibt es etwa zwei Millionen Studierende, die sich auf rund 400 Hochschulen verteilen. Die große Mehrheit studiert an staatlichen Hochschulen und Universitäten, aber 4,5 Prozent aller Studierenden sind mittlerweile an privaten Hochschulen eingeschrieben. Von den bundesweit 400 Hochschulen sind 24,9 Prozent bzw. 102 Hochschulen in privater Trägerschaft. Die Hansestadt Hamburg hat mit 50,7 Prozent den höchsten Anteil an Privatstudenten, gefolgt vom Saarland mit 33,4 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 23,5 Prozent. In den neuen Bundesländern spielen private Hochschulen kaum eine Rolle.

Private Hochschulen sind spezialisiert

Privaten Hochschulen haftet ein ganz besonderes Image an. Das Studium gilt als elitär, teuer, international und spezialisiert. Es gibt zwei Arten von privaten Hochschulen, die einen, die was mit Kunst und Medien machen, und die anderen, die alle Spielarten der BWL anbieten. Während sich erstere schnell eingebürgert haben, weil sich Kunst wie Schauspiel, Gesang, Mode, Musik und Malerei nun einmal nicht an einer Massenuniversität erlernen lässt, hat es die Medienrichtung schon etwas schwerer. Aber auch hier stoßen Journalismusschulen, Medien- und Gameing-Akademien weitestgehend auf Akzeptanz. Private Hochschulen, die sich hauptsächlich auf BWL-Studiengänge spezialisieren, riechen jedoch irgendwie verdächtig nach Elite und Börsencrash.

Private Hochschulen verbünden sich

Die meisten privaten Hochschulen sind überschaubar, ganz dicke mit der Wirtschaft verbündet und verfügen über internationale Studiengänge. Genau dieser Umstand macht, wenn er denn nicht nur auf dem Papier zu finden ist, die Attraktivität einer Privatschule aus. Hier lockt die Aussicht auf das große Geld und eine erfolgreiche Karriere. Werte wie Leistungsbereitschaft, Stehvermögen, Selbstdisziplin, Analyse- und Reflexionsfähigkeit sowie der Wille zum ergebnisorientierten Konsens in einem wettbewerbsintensiven Umfeld werden an Privathochschulen groß geschrieben. Die spätere berufliche Handlungsfähigkeit steht klar im Vordergrund des Studiums. Seit 2004 gibt es den Verband der Privaten Hochschulen e.V., der sich offiziell für mehr Wettbewerb, Autonomie und Qualität in Lehre und Forschung einsetzt.

Eine Antwort

  1. Thomas

    Ich studiere auch an einer privaten Hochschule. An der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Paderborn. Meine Erfahrungen sind bisher durchweg positiv. Da ich vorher zwei Semester an einer staatlichen Hochschule studiert habe, kann ich den Vergleich durchaus angehen. Die Betreuung der Dozenten ist wesentlich besser, die kleinen Lerngruppen lassen effizienteres Lernen zu. Der einzige Nachteil sind die hohen Studiengebühren, die aber bei mir beispielsweise von einem Unternehmen getragen werden, da ich dual studiere. Ich kann also private Hochschulen nur weiterempfehlen.