Mittlerweile haben surrende Notebooks Blocks und Karteikarten im Vorlesungssaal verdrängt. Anstelle seitenweiser linierter Seiten mit mehr oder weniger leserlicher Schrift zu bedecken, hacken viele Studierende nun während des Vortrags in die Tastatur ihres Laptops. Das zeigt am markantesten wie sich in den letzten Jahren die Lernmethoden innerhalb der Universität gewandelt haben.

Wahrscheinlich wäre ein heutiger Student oder eine heutige Studentin ohne google und wikipedia verloren. Oder müsste zumindest noch mal ganz von vorne anfangen, was die Literaturrecherche betrifft.

In „The University of Google“ beschreibt die britische Professorin Brabazon die Herausforderungen, die sich durch den Gebrauch des Internets im Studienalltag ergeben. Viele scheinen sich nur noch mit dem Ansammeln von Informationen zu begnügen und haben vergessen, das Wissen nicht nur Quantitäts- sondern auch Qualitätsansprüche hat. Es geht darum zu begreifen, zu hinterfragen, zu dekonstruieren und wieder neu zusammen zu setzen. Das allerdings wird in den Hintergrund gedrängt, wenn alle Informationen unkritisch von Internetseiten übernommen werden. Es wird weniger gelesen, dafür mehr gescrollt, also quer gelesen. Leider macht das sich auch im Ausdruck der Studierenden bemerkbar: Die schriftliche Qualität leidet, da viele es nicht mehr gewohnt sind, eigene und kreative Texte zu verfassen. Brabazon bringt es auf den Punkt: „clicking replaces thinking“.

Ob es allerdings berechtigt ist, gleich von einer „digitalen Demenz“ zu sprechen, wie es einige Wissenschaftler tun? Wie immer, wenn die Technik das Alltagsleben verändert, gilt es, sich neu darauf einzustellen. Das erfordert Zeit. Die Universitäten sollten mit dieser Herausforderung lernen umzugehen und versuchen den Studierenden einen Umgang mit google und Co zu vermitteln, der über das „copy and paste“ herausgeht. Denn gleichzeitig bietet das Internet eine nie dagewesene Informationsvielfalt und –freiheit. Und das ist doch eine der Grundvoraussetzungen für Wissenschaft.

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