In Deutschland ist es nicht immer einfach sein Wunschfach zu studieren. Entweder ist der Numerus Clausus derart hoch, dass man vermutlich zehn Wartesemester in Kauf nehmen muss, um an einen der begehrten Studienplätze zu kommen, oder die Studiengebühren sind derart hoch, dass sie für einen „Normal-Sterblichen“ einfach nicht zu stemmen sind. Neuerdings suchen Studienanfänger nach alternativen Studienplätzen im Ausland, besonders beliebt sind dabei die USA, England oder Frankreich. Da aber auch hier hohe Kosten zu erwarten sind, gehen viele gesonderte Wege. Eine mögliche Alternative ist das Medizinstudium in Budapest (Ungarn).

Das Besondere an dem Studiengang Medizin an der Semmelweis-Universität in Budapest ist, dass er komplett in deutscher Sprache angeboten wird. Wenn man also auf den kulturellen Umgang in Ungarn verzichten kann, wäre ein Auslandsaufenthalt in den ersten beiden Semestern ohne Erlernen einer neuen Sprache hier möglich. Da Medizin aber eine sehr komplexe Wissenschaft ist, wäre es natürlich vorteilhafter, wenn man sich mit den anderen Studenten der Universität austauschen kann. Die Ausbildung unter Leitung von Professorin Anna Kádár sei sehr gut, erfährt man von den Studenten. Insgesamt ist das Studium in Budapest über sechs Jahre angelegt, die Unterrichtssprache ist Deutsch und es wird mit deutscher Fachliteratur gelernt. Ab dem dritten Semester wird von den Studenten aber gefordert, dass sie die ungarische Sprache insoweit erlernt haben, dass sie sich mit Patienten in der Landessprache über ihre Gesundheit oder mögliche Krankheitssymptome unterhalten können, denn auf die praxisgebundene Ausbildung wird hier sehr viel Wert gelegt. Gelernt und ausgebildet wird in kleinen Gruppen, die maximal aus 30 Personen bestehen. Viel Freizeit erhalten die Studenten kaum, man hat hier hohe Ansprüche, aber letztendlich keine schlechte Voraussetzung für einen angehenden Mediziner.

Falls doch noch etwas Zeit übrig bleibt, erwartet die Studenten in Ungarn sehr viel Abwechslung. Budapest besitzt einen ähnlichen Charakter wie Berlin, beschreibt einer der Studenten, beide Cities sind im Aufbruch mit schönen Locations, besitzen aber trotzdem sehr viel sehenswerte historische Substanz. Das Studium ist auf jeden Fall empfehlenswert, aber auch nicht ganz billig.

Hier noch wichtige Bewerbungsmodalitäten:

• Die Anmeldefrist ist von Anfang Februar bis Ende Mai
• die Bewerbung kostet 135 €
• Einzureichen ist eine beglaubigte Kopie des Abiturzeugnis
• ein ausführlicher Lebenslauf
• ein ausgefülltes Anmeldeformular mit Passbild
• Nachweise über bereits abgeleistete Krankenhauspraktika oder Studien in naturwissenschaftlichen Fächern
• sowie ein Gesundheitsattest

2 Responses

  1. A.M.Weigl

    Wenn ich die Kosten für ein Auslandsstudium z.B. in Ungarn erfahre, bin ich froh, dass mein Sohn alles daran gesetzt hatte, um ein sehr gutes Abi zu schreiben und folglich auf Anhieb einen Studienplatz der Humanmedizin an seinem Wohnort bekam. Möglich, dass Studier- willige, deren schulische Leistungen für ein Medizinstudium in Deutschland nicht ausreichen das Ausland als Umweg zu ihrem Ziel nehmen oder nehmen müssen. Wenn ich mir aber die Studiengebühren pro Jahr mit € 10.800 ohne die laufenden Kosten ansehe, dann frage ich mich schon, wer kann sich das leisten? Reiche Eltern, die auf Gedeih und Verderben das Medizinstudium Ihres Kindes durchboxen wollen? – Vielleicht!
    Doch was wird die Zukunft brinngen?

  2. Nico

    Sie irren. Es sind keineswegs nur „reiche“ Eltern, die ihrem Kind das Medizinstudium im Ausland ermöglichen. Diese junge Menschen, die sich den Tort, in Ungarn zu studieren, antun sind meistens sehr motiviert und überaus engagiert. Warum es ein „Tort“ ist: die Dozenten in Ungarn sprechen oft ein mangelhaftes Deutsch. Die Prüfungen sind extrem schwer. Da wird nichts geschenkt oder „gekauft“. Die Dozenten verdienen sehr schlecht und haben schon von daher eine eher negative Einstellung zu den vermeintlich „reichen“ Studenten. Die Durchfallquote bei Prüfungen ist sehr hoch. Hinzukommt, dass das Land arm ist und die Stimmung teilweise bedrückend. Glauben Sie mir: wer sich das antut, der will Medizin studieren und studiert nicht nur, weil er eine 1 im Abitur hat. Von all den Unbilden abgesehen bietet das Studium eine enorme Chance, sich in einem fremden Land durchzuschlagen. So gewinnt man Erfahrungen, die man im Heimatland nicht macht. Das kann von Vorteil sein. Wenn ich Ärzte nach ihrem Werdegang frage höre ich oft, dass sie eben nicht direkt einen Studienplatz bekamen. Umwege zum Ziel müssen nicht unbedingt schlecht sein. Und die Einserkandidaten täten gut daran, die Nase nicht so hoch zu tragen. Ihre Defizite liegen nicht selten im Sozialen. Jeder weiß, wie Noten zustande kommen und wie wenig sie über eine spätere berufliche Qualifikation aussagen. Am Schluss wird zusammengezählt!