Es ist ja viel geschrieben worden in den letzten Jahren. Bachelor kommt, Bachelor vermiest die Bildung Deutschlands, Bachelor ist da – Meinungen und Ansichten gibt es zum Thema massenhaft.

Gerade in Studentenkreisen war der Bachelor ein viel beäugtes, an Schule und Unterricht gemahnendes Studienmodell, welches aufgrund der geringen Studienzeit und den teilweise sehr oberflächlich präsentierten Inhalten einen eher schlechten Ruf genoss.

Ich möchte hier keine Lanze für die Bachelorstudiengänge brechen – sicherlich ist die Implementierung dieses amerikanischen Modells hierzulande noch weit von einem zufriedenstellenden Abschluss entfernt. Aber: Für den Fall, dass die Nachteile eines Magisterstudienganges unter den Tisch gefallen sind – hier sind sie nochmal, aufbereitet von einem Magisterstudenten in den letzten Zügen… ähhh.. Semestern.

Das Studium dauert endlos lange. Im Magisterstudiengang, gerade bei Geisteswissenschaftlern, besteht die Gefahr, dass aufgrund von mangelnder Kontrolle ein bis zwei Semester durch Auslandsaufenthalte oder ausgedehnte Heimsitzungen schlicht wegfallen. Das fällt dann unter „Studiengefühl“.

Das Studium am Ende hat mit dem Studium an Anfang nichts mehr zu tun. Das Grundstudium ist ein schwaches Beben unter dicken Nebelschwaden im Hirn des auf sein erst im Hauptstudium formuliertes Ziel zueilenden Studenten. Er hat durch das Grundstudium gelernt, wie er im Hauptstudium vorzugehen hat – die Inhalte selbst sind meist vergessen.

Die Themen der Vorlesungen sind weltfremder als ein Ständchen „Give Peace a Chance“ von George Bush. Es geht meistens um jüdische Autoren, die zu irgendeinem Zeitpunkt aus einem Kaff in der Nähe von Deutschland vertrieben worden sind, und was die heutzutage so tun. Die Worte „Kultur“ und „Verantwortung als Erbe“ fliegen im Raum herum und treffen den unvorbereitenden Studenten wie Tranquilizer aus Gewehren zur Elefantenjagd. Das leise Schnarchen wird von den Diskutierenden meist als beflügelnd wahrgenommen, weil es sie daran gemahnt, dass am Ende der anstrengenden 4 Stunden Studium ein Mittagsschläfchen in der Kantine winkt.

Kurz gesagt – Bachelorstudiengänge sind zwar oberflächlich, zu kurz geraten und kindisch, sie nehmen aber dem Großteil der dahinvegetierenden Studentenschaft die Grundlage für zu langes Grübeln und zwingen sie dazu, sich etwas weltnaher und dynamischer zu geben.

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