Oh Gott. Professor Ed U. Grauhaar hält eine Vorlesung. Das tut er mit Vorliebe, seit nunmehr fünf Jahren ist es dieselbe geblieben. Ansonsten ist über den Professor nichts weiter bekannt, nur seine Vorlesung ist gefürchtet, denn: Sie ist scheinpflichtig. Das heißt jede Woche zwei bis vier Stunden, am Besten noch mit Doppelstunde Tutorium dran „zum besseren Verständnis“. Am Ende gibts eine Klausur, in der 80 Prozent des Stoffs drankommt. Schließlich will uns Professor Grauhaar was bieten für unsere Studiengebühren

Also heißt es aufpassen! Aber wie? Wir haben uns die besten Durchhaltestrategien aus Euren Hörsäälen besorgt und sind uns nicht zu schade, sie schamlos auszuplaudern:

Taktik 1: Der Streber. Die Stifte gespitzt, Bauchmuskeln angespannt, ganz vorne in der Reihe geht es, gebannt an den Lippen des Dozenten hängend, mit heftigem Gekritzel zur Sache. Wenn in den zwei Stunden nicht ebensoviele DIN A 4 – Doppelseiten eng beschrieben der heimischen Auswertung harren, sind wir nicht zufrieden. Vorteile: Man lernt möglicherweise wirklich etwas dazu. Nachteile: Der Nacken ist steif von den Kaugummis, Papierfliegern und Gummigeschossen, die uns die lieben Kommilitonen an die Birne pfeffern.

Taktik 2: Der Schleimer. Keine Ahnung, worums geht, ABER DER WAR GUT! Großes Gelächter aus möglichst hübschen Mündern mit Augenkontakt bei jedem verträumt abgesonderten Witz des zerstreuten Professors. Vorteil: Wir bleiben in Erinnerung und können den Prof auf der Straße stolz gereckten Hauptes grüßen. Nachteil: Des Professors Erinnerungsspanne reicht höchstens ein Semester lang, die der Mitstudenten dafür umso länger. Warum lacht eigentlich keiner über UNSERE Witze?

Taktik 3: Der Socializer. Sag mal, hast du das verstanden? Oh, auch nicht, da bin ich ja beruhigt. Wollen wir uns nachher zum Lernen treffen? Okay, psst.. der Prof schaut schon. Massenhaft Vorteile: Man lernt neue Leute kennen, wenn man Glück hat, sind die schlauer als man selbst und man muss dem Geseiher von der Tafel nur eingeschränkt lauschen. Nachteil: Es könnte sein, dass sich der Beliebtheitswert beim Dozenten im Gegensatz zu Taktik 2 exponentiell verschlechtert.

Taktik 4: Der Autodidakt. Diese Taktik ist mehr eine Sammelklasse für alle Taktiker, die nicht unter 1-3 fallen. Sozusagen das „Adverb“ der Durchhaltestrategien. Autodidakten zeichnen sich dadurch aus, dass sie entweder alles zu Hause lernen werden, oder glauben, alles zu Hause lernen zu können oder – das sind die meisten – dem Glauben an kontaminöses Wissen anhängen. Sprich: Wenn sie lange genug im Hörsaal sitzen und sich der Vorlesung aussetzen, dann wird schon was hängenbleiben. Sicher die interessanteste Taktik, schließlich soll das Studi-Leben ja aufregend bleiben…

Egal, zu welcher Strategie ihr in der Vorlesung greift: Haltet durch! Schließlich sind es nur noch 75,02 Minuten bis zum Ende…

2 Responses

  1. Studiendurchhalter

    Ich kann ein Lied davon singen. Dröge Vorlesungen, die sich über 3 Stunden hinziehen. Eine Endlosschleife. Was mich am Leben erhält ist, dass ich einfach mitschreiben muss. Das hält mich dann zumindest für eine geisse Zeit wach.

  2. StudierenAufZeit

    Ich auf jeden Fall Autodidakt. Was ich schon an Vorlesungen verpennt habe… 🙂