Die Hochschulen im Osten werben mit ihrer Kampagne „Studieren in Fernost“ für ein Studium in den neuen Bundesländern. Nun zeigen sich erste Erfolge und die Studenten dort sind von der Qualität ihrer Ausbildung überzeugter als ihre West-Kommilitonen.

Manch einer mag noch immer der Überzeugung sein, dass im Osten alles schwarz-weiß ist, doch entscheiden sich mittlerweile immer mehr Studenten aus dem Westen für das Studium an einer der vielen Ost-Hochschulen. An vielen Ost-Universitäten stammen somit bereits mehr als 40 Prozent der Akademiker ursprünglich aus den alten Bundesländern. Einer Studie zufolge sind die Studenten im Osten deutlich zufriedener als ihre Kommilitonen im Westen und bewerten ihre Ausbildung unter allen Gesichtspunkten besser.

Die Hochschulen im Osten betreiben klamaukartiges Marketing um Studenten anzulocken

Um die Abiturienten anzulocken hat man sich einiges Einfallen lassen. So nehmen insgesamt 44 Hochschulen an der Kampagne „Studieren in Fernost“ teil. Angebote wie beispielsweise ein kostenloser Umzugsservice sollten die Studenten anlocken. Doch auch mit Trabbi-Fahrten und bunten Schnitzeljagden wurde fleißig für die ostdeutschen Hochschulen geworben.

Dabei bringt ein Studium in den neuen Bundesländern noch weitere Vorteile mit sich. Zum einen wären beispielsweise die geringeren Lebenshaltungskosten und die modernisierten Räumlichkeiten zu nennen, zum anderen aber auch der garantierte Platz im Hörsaal, wohingegen die Hochschulen im Westen ihre Studenten aus Platzgründen nicht selten in Kinosälen unterbringen müssen.

In den neuen Bundesländern gibt es immer weniger Schulabgänger und daher mehr Studienplätze als demografisch nötig

Aufgrund des demografischen Wandels sinkt die Zahl der Schulabgänger in den neuen Bundesländern enorm, während im Westen gerade die ersten doppelten Abiturjahrgänge ihren Abschluss gemacht haben. Besonders deutlich wird der demografische Knick in Thüringen, hatten dort im Jahre 2009 noch 10.300 Schulabgänger die Hochschulreife erworben, so waren es zwei Jahre später bereits nur noch 6.800.

In der Hoffnung, dass die Studenten in den Osten strömen, werden dort mehr Studienplätze als nötig finanziert um so dem Studentenansturm, der auch in den nächsten Jahren nicht abreißen wird, beizukommen.

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