Fast alle meine Freunde sowie ich selbst, neigen im Studium dazu, alles in letzter Minute zu machen. Wie oft haben wir uns nicht schon darüber geärgert, dass wir zu spät angefangen haben zu lernen? Ob Studienanfang oder mittendrin, es gibt Sachen, die sollten wir vor dem Semesterbeginn nicht auf den letzten Tag verschieben.
1. Vorlesungsverzeichnis.
Wer sich erst am ersten Studientag ein Vorlesungsverzeichnis besorgt, läuft Gefahr, zu seinen Wahlkurse nicht mehr zugelassen zu werden, da diese bereits über belegt sind. Viele Seminare haben ein Teilnehmermaximum, so dass es sich lohnt, sich einige Zeit vor Studienbeginn anzumelden (meist per E-Mail). Leider betrifft dies heutzutage oft nicht mehr nur heiß begehrte Seminare, sondern wegen stetig steigender Studienzahlen auch oft unscheinbarere Fächer. Sollte im eigenen Vorlesungsverzeichnis die Auswahl nicht interessant genug sein, ist jetzt Zeit, sich über andere Unis in deiner Nähe zu informieren, die ein ähnliches Angebot haben und dessen Kurse in deiner Uni anerkannt werden. Wichtig dabei: Nicht alle Unis haben die gleichen Vorlesungszeiten, deswegen so früh wie möglich erkundigen.
2.Hausarbeiten
Meistens gibt es eine Frist innerhalb derer Hausarbeiten fertiggestellt werden müssen. Falls es diese nicht gibt, verführt dies dazu, die Hausarbeit mit ins nächste Semester zu nehmen. Da sich in diesem Fall neu hinzukommende Arbeit mit der alten staut, ist dies jedoch nicht empfehlenswert. Außerdem ein Problem: Wer zu lange mit dem Ausleihen seiner relevanten Literatur wartet, für den ist meistens kaum noch ein Buch übrig. Tip: Für die letzten Ferienwochen einen Plan erstellen, jeden Tag ein wenig an die Hausarbeit setzen.
3. Rückmeldung
Hast Du Deine Rückmeldung vergessen? Dies kann durch das Zahlen einer Mahngebühr nachgeholt werden, aber: Auch hier gibt es fristen.
Und weiter geht es mit den Studienfächern:
Du studierst Pharmazie? Nun, dann wirst du wohl leidige Fragen beantworten müssen wie z.B. ob du weißt wie man LSD herstellt und ob du „Die Apothekerin“ gesehen hast. Eingeschätzt wirst du entweder als lerneifrige Apothekentochter oder als eigenbrötlerischer Bombenbastler.
Sport könnte unsensible Menschen zu Kommentaren wie „Naja, dafür bist du aber ganz schön stämmig!“ verleiten. Du giltst als lebensfroh und trinkfest. Die ältere Generation wird eventuell nachfragen, wie Rauchen und Sport studieren denn wohl zusammenpasst.
Bist du Medizinstudentin giltst wahrscheinlich als lerngeil bis hin zu sadistisch. Als Medizinstudent hingegen werden die Einschätzungen zwischen ehrgeizig und selbstverliebt hin und her pendeln. Unterhältst du dich mit einer Frau, könnte sie dich fragen, ob das nicht ganz schön eklig sei. Ein Mann ist wahrscheinlich fasziniert und fragt, ob du schon mal eine Leiche seziert hast. Wenn du nicht aufpasst, musst du dich mit sämtlichen Leidenden der Party unterhalten.
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Kommst du gerade von deiner Einführungsveranstaltung an der Filmhochschule wieder gegangen, dann wird dich jeder zweite auf seine Erfahrungen in der Theater AG hinweisen wollen. Ältere Leute versuchen es mit einem „Und später geht’s dann nach Hollywood?! – Kommentar. Du giltst in der Einschätzung anderer als schrill und egoman.
Und wer auf die Studienfrage mit „Jura“ antwortet, wird zuerst nicht auf große Begeisterung stoßen. Jura vermittelt immer den Eindruck des eiskalten Erbsenzählers. Leute die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, werden sehr freundlich auf dich zu sprechen sein, außerdem auch diejenigen, die im Notfall immer wissen, wen sie anrufen können, wenn sie sich mal wieder eine Krawatte binden müssen.
Du bist irgendwo eingeladen. Schon bald werden dich die üblichen Fragen nach deinem Studienfach erwarten. Willst du wissen, wie die Reaktionen ausfallen werden? Hier ein kleiner Einblick:
- Natürlich sind das alles Klischees – aber manchmal können Klischees so schön sein
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Du studierst Psychologie? Weibliche Personen werden begeistert sein und sagen: „Hey, das wollte ich eigentlich auch immer machen!“. Dein männliches Gegenüber wird sich ein bisschen zurückhalten, sich ausgiebig räuspern und dann sagen: “Jetzt muss ich aber aufpassen, was ich sage!“. Mit dir länger sprechen wollen wahrscheinlich vorrangig Menschen mit Problemen.
Physik oder wahlweise auch Maschinenbau wird bei den meisten nur ein „Aha“ oder „So, so“ hervorlocken. Dein Fach klingt für sie so interessant wie Wandern im Harz und so hart es klingt: Keiner möchte sich in irgendwelche fachlichen Diskussionen an seinem freien Abend verwickeln lassen.
Philosophie: Frauen möchten dich wahrscheinlich in eine Diskussion über Sofies Welt verwickeln, Männer belassen die Sache mit einem „Krass…“. Solltest du gerade mit den Eltern von irgendjemandem sprechen, werden sie dich fragen, ob du nicht mal etwas Ordentliches machen möchtest.
Als Studierender der Informatik kannst du dich vor Pseudo-Fachkommentaren und Nachfragen à la „Kannst du dir mal meinen Drucker angucken, ist da noch was zu machen?“ kaum noch retten. Sämtliche Anwesende mit einem neuen Computer möchten dich sprechen und bevorzugst du einen ruhigen Abend, dann erzählst du am besten, du studierst Mathe auf Lehramt!
Heilpädagogik klingt in den Ohren der Gäste ein bisschen esoterisch oder weltfremd. Leute mit Traumfängern und Teefetischisten jedoch werden dich den ganzen Abend nicht mehr in Ruhe lassen.
In Deutschland ist es nicht immer einfach sein Wunschfach zu studieren. Entweder ist der Numerus Clausus derart hoch, dass man vermutlich zehn Wartesemester in Kauf nehmen muss, um an einen der begehrten Studienplätze zu kommen, oder die Studiengebühren sind derart hoch, dass sie für einen „Normal-Sterblichen“ einfach nicht zu stemmen sind. Neuerdings suchen Studienanfänger nach alternativen Studienplätzen im Ausland, besonders beliebt sind dabei die USA, England oder Frankreich. Da aber auch hier hohe Kosten zu erwarten sind, gehen viele gesonderte Wege. Eine mögliche Alternative ist das Medizinstudium in Budapest (Ungarn).
Das Besondere an dem Studiengang Medizin an der Semmelweis-Universität in Budapest ist, dass er komplett in deutscher Sprache angeboten wird. Wenn man also auf den kulturellen Umgang in Ungarn verzichten kann, wäre ein Auslandsaufenthalt in den ersten beiden Semestern ohne Erlernen einer neuen Sprache hier möglich. Da Medizin aber eine sehr komplexe Wissenschaft ist, wäre es natürlich vorteilhafter, wenn man sich mit den anderen Studenten der Universität austauschen kann. Die Ausbildung unter Leitung von Professorin Anna Kádár sei sehr gut, erfährt man von den Studenten. Insgesamt ist das Studium in Budapest über sechs Jahre angelegt, die Unterrichtssprache ist Deutsch und es wird mit deutscher Fachliteratur gelernt. Ab dem dritten Semester wird von den Studenten aber gefordert, dass sie die ungarische Sprache insoweit erlernt haben, dass sie sich mit Patienten in der Landessprache über ihre Gesundheit oder mögliche Krankheitssymptome unterhalten können, denn auf die praxisgebundene Ausbildung wird hier sehr viel Wert gelegt. Gelernt und ausgebildet wird in kleinen Gruppen, die maximal aus 30 Personen bestehen. Viel Freizeit erhalten die Studenten kaum, man hat hier hohe Ansprüche, aber letztendlich keine schlechte Voraussetzung für einen angehenden Mediziner.
Falls doch noch etwas Zeit übrig bleibt, erwartet die Studenten in Ungarn sehr viel Abwechslung. Budapest besitzt einen ähnlichen Charakter wie Berlin, beschreibt einer der Studenten, beide Cities sind im Aufbruch mit schönen Locations, besitzen aber trotzdem sehr viel sehenswerte historische Substanz. Das Studium ist auf jeden Fall empfehlenswert, aber auch nicht ganz billig.
Hier noch wichtige Bewerbungsmodalitäten:
• Die Anmeldefrist ist von Anfang Februar bis Ende Mai
• die Bewerbung kostet 135 €
• Einzureichen ist eine beglaubigte Kopie des Abiturzeugnis
• ein ausführlicher Lebenslauf
• ein ausgefülltes Anmeldeformular mit Passbild
• Nachweise über bereits abgeleistete Krankenhauspraktika oder Studien in naturwissenschaftlichen Fächern
• sowie ein Gesundheitsattest
Hätte ich mal einen Blick in die Uni geworfen, bevor ich mit dem Studium loslegte! Hätte ich mal intensiver die Vorlesungsverzeichnisse gelesen, mich in Seminare reingesetzt und Studierende befragt! Wahrscheinlich wäre mir dann einiges erspart geblieben.
Aber ich war zurückhaltend und hatte noch zuviel Respekt vor der Einrichtung Universität. An meinem ersten Tag an der Uni war ich auf dem Weg zum Immatrikulationsamt um mir Informationen zu besorgen. Dabei begegnete ich lauter beschäftigt hastenden Menschen, die allesamt nicht nur wahnsinnig intelligent aussahen, sondern mir schon auf einen Kilometer Entfernung ansehen mussten, dass ich keine von ihnen war. So dachte ich. Im Nachhinein weiß ich es natürlich besser, kein Mensch interessierte sich für mich, die Uni war groß und anonym. Damals jedoch hätte ich einfach mehr auf Entdeckerreise gehen sollen. Dann hätte ich vielleicht vorher schon mitbekommen, dass Neuere Deutsche Literatur nicht die Literatur der letzten 50, sondern der letzten 300 Jahre thematisiert, mit einem Schwerpunkt auf den (mir verhassten) 300 Jahre alten Themen. Ich hätte entdeckt, dass das Institut meines Nebenfaches vom Aussterben bedroht ist und in der Bibliothek noch nicht einmal ein Computer steht. Und vielleicht hätte ich mich die ersten drei Semester nicht ständig in den Gängen der Uni verirrt.
Nach Jahren des Studiums bin ich nun eines Besseren belehrt. Damit es aber nicht jedem so gehen muss, gibt es so genannte Schnupperangebote in vielen Unis in Deutschland. Die sollten alle StudienanfängerInnen auf jeden Fall nutzen! Auch die Erstsemestertage der einzelnen Fachrichtungen sind sehr zu empfehlen. Dort kann man nicht nur alle dummen Fragen stellen, die man sich später nicht mehr zu fragen getraut. Meistens knüpft man dort auch Kontakte, die das ganze Studium über halten. Im späteren anonymen Unialltag ist es dann oft viel schwerer neue Kontakte zu schließen. Also an alle StudienanfängerInnen: Macht es nicht so wie ich, seid neugierig und aufdringlich! Probiert euch aus und denkt immer daran, dass die meisten höheren Semester nur ein Bruchteil so intelligent sind, wie sie sich immer geben…