Du willst deine Dozenten besser einschätzen können? Hier Teil zwei der Dozententypologie.
Der Karrieremensch
Weltherrschaft oder zumindest landesweite Popularität ist das heimliche Ziel des Dozenten.An der Lehre ist er weniger interessiert, genauso wenig wie an langweiligen Fachkonferenzen, das dient eigentlich nur als Sprungbrett. Dafür ist er jedoch ständig auf strategischen Partys der High-Society zu sehen und schafft es manchmal sogar auf ein Foto irgendeiner Zeitung. Die meiste Zeit ihres Studiums verbrachte er in den USA und daher auch seine ganzen reformerischen Ansätze mit, mit denen er nun Wissenschaft und Kultur der Stadt auf den Kopf stellen möchte. Eines Tages, ist er plötzlich verschwunden und man findet ihn plötzlich als Vorstandsvorsitzenden auf den Seiten eines großen Unternehmens wieder. weiterlesen »
Dozenten – jeder tickt anders, manche sind unberechenbar manche ganz schön berechenbar. Doch gerade wer neu ist an der Uni, sieht oft nicht durch. Deswegen hier eine kleine Dozententypologie für euch – dann könnt ihr selber überprüfen was stimmt und was nicht.
Der Star
Der ganze Titel Prof.Dr. phil. etc. ist ein Muss, falls jemand es wagt ihn tatsächlich im Gang anzusprechen. Er hat seinen Job eigentlich deswegen gewählt, um endlich einmal im Mittelpunkt stehen zu können. Der Auftritt im Hörsaal (=Bühne) gehört ganz ihm, vom ersten Schritt auf der Stufe zum Podium bis zum Verlassen des Raumes. Unerlässlich ist es für ihn, zwischendurch immer mal wieder auf seine lange Publikationsliste hinzuweisen. Leider kann er seine eindrucksvolle Aura selten verbreiten, da er ständig im Flieger nach New York oder London für internationale Tagungen sitzt. Aber dafür gibt es ja noch die studentische Hilfskraft, die kann ihn auch mal gerne im Seminar vertreten.
Die Lethargische
Eigentlich kerkert sie sich ganz gerne in ihrem Büro ein, das einer riesigen Bibliothek gilt. Nur ungern wagt sie sich in die Weiten des Unigebäudes oder genauer gesagt in den Seminarraum. Am liebsten beginnt sie sowieso in der dritten Vorlesungswoche mit ihren Seminaren und endet eine Woche eher. Für eine viertelstündige Raucherpause zwischendurch ist sie immer zu haben. Wer sie wegen einer Prüfung oder einer Hausarbeit erreichen will, landet grundsätzlich bei der Sekretärin. E-Mails scheint sie nicht zu lesen, nach dem Seminar verschwindet sie fluchtartig Richtung Ausgang.
Mit dem Studium verbinden viele – besonders im Vergleich mit einem geregelten Schul- oder Arbeitstag -Freiheit, Ungebundenheit und Party ohne Ende. Das habe ich persönlich auch die meiste Zeit so erlebt. Aber gleichzeitig gibt es auch in der Uni viele ungeschriebene Regeln, Do’s und Don’ts. Aus jeder Vorlesung könnte man eigentlich eine kleine anthropologische Studie über Riten, Sitten und Tabus machen.
Das fängt schon im Vorlesungssaal an. Zum Schluss der Vorlesung wird vornehm geklopft. Wer klatscht, wird gleich als Erstsemester erkannt. Ganz anders ist es allerdings wieder bei einem öffentlichen Vortrag von einem prominenten Sprecher im Rahmen einer Ringvorlesung zum Beispiel – hier ist wieder Klatschen angesagt.
Eine wichtige Regel ist (und daran habe ich mich jahrelang nicht gewöhnen wollen) : Die Fremdwortdichte in einem Redebeitrag entscheidet über die Intelligenz des Sprechers. Warum „bemerken“ sagen, wenn man auch „konstatieren“ verwenden kann? Warum „das ist mir egal“ sagen, wenn es auch mit „das tangiert mich peripher“ geht? Wer mit Fachausdrücken jonglieren und am besten noch verwirren kann, gilt zwar nicht zwangsläufig als sympathisch, aber erscheint dafür kompetent. Im Seminar gilt: Je abgehobener desto besser. weiterlesen »
Neu an der Uni? Keine Peilung was diese ganzen seltsamen Vokabeln bedeuten sollen? Wir helfen weiter…
Fachschaft: Wie früher die Schülervertretung, vertritt sie die Interessen der Studierenden. Je nach Motivation sind die Leute der Fachschaft zuständig für die Partys, Filmabende und das studentische Café oder engagieren sich im Fakultätsrat und setzen sich für bessere Prüfungsordnungen und Studiumsbedingungen ein.
Kolloquium: Ambitionierte Wissenschaftler diskutieren unter sich. Es werden, wie im Seminar, Vorträge gehalten und anschließend dieselben auseinandergenommen. Wer von seinem Professor zu dessen Kolloquium eingeladen wird, darf sich geehrt fühlen. weiterlesen »
Seit einigen Wochen bist du an der Uni. Du versuchst dich in dem Wirrwarr der Seminarräume zurechtzufinden, dir die Lage der besten Mensa zu merken und die einzelnen Profs auseinander zuhalten. Das Wort „Immatrikulationsbüro“ geht die immer noch nicht ganz so leicht von den Lippen und ständig überlegst du was jetzt nochmal Punkt vier Uhr bedeutet: c.t. oder s.t.? Hier klären wir dich über einige wichtige Begriffe auf, die du für die Zukunft immer wieder gebrauchen wirst.
Anwesenheitspflicht: Das schöne Lotterleben als Studierender neigte sich dem Ende. Mit Einführung des Bachelors und des Masters gibt es nunmehr fast keine Veranstaltung an irgendeiner Universität ohne die leidige Teilnahmeliste. Die Professoren sind sehr findig geworden, Unterschriftenfälschungen zu vermeiden. weiterlesen »
Job und Karriere – dieser Impuls ist wohl bei vielen vorherrschend, die ein Studium beginnen. Der Arbeitsmarkt heute ist umkämpft, deswegen denken viele, dass sich studieren lohnt. Das Problem ist nur, wie soll sich jemand, der keine Unterstützung von zu Hause aus bekommt, das Studium finanzieren?
Erste Möglichkeit ist das Bafög. Hier kann man einen Antrag stellen, für den man eine Studienbescheinigung braucht. Das Bafög-Amt prüft dann, ob der Antragsteller den Kriterien entspricht. Dabei werden die Finanzmächtigkeit der Eltern und die Nebenjobs des Antragstellers in Betracht gezogen. Das Problem hier ist oft, dass das Amt der Meinung ist, die Eltern verdienen genug, um das Kind zu unterhalten, diese sehen das aber ganz anders.
Als nächstes kann man Wohngeld beantragen. Jeder Bürger Deutschlands kann theoretisch bis zu 200 Euro Wohngeld im Jahr bekommen. Auch hier sind bürokratische Hürdenläufe zu meistern, außerdem muss das Geld alle 3 Monate neu beantragt werden.
Ein Minijob. In Zeiten von Bachelor und Co ist es für Minijob-Studenten um einiges schwieriger geworden, als für die alten Magisterstudiengänge. Ich selbst studiere noch auf Magister, aber höre von vielen Bachelor-Studenten, dass die Zeit doch sehr knapp wird. Da ist ein 400-Euro Job nebenher ziemlich anstrengend, für viele aber ein wichtiges Mittel, das Studium zu unterstützen. Nach Abschluss einer Zwischenprüfung werden die Jobs auch besser.
Die Nebenkosten berechnen. Ein brutto netto Rechner hilft da, gerade junge Leute haben abnorme Fixkosten, die im Studentenleben einfach nicht mehr tragbar sind. Das teure Handy abbestellen, bei Aldi statt bei Edeka einkaufen, vielleicht mal keine Internetflatrate – das alles kann Einsparungen im Hundert-Euro-Bereich bringen.
Auch sind Jobs an der Uni möglich, beispielsweise als Hilfskraft in einem chemischen Labor oder Sekretariatstätigkeiten in der Geisteswissenschaft. Der Vorteil dieser Tätigkeiten ist, dass man gleich einen guten Einblick in den Universitätsablauf erhält.
Wir haben hier ja schon ein paar Mal Programme vorgestellt, die es Studierenden erleichtern sollen, ihrer Tätigkeit nachzugehen. Das hier soll eine Übersicht sein. Zu interessanten Punkten wird es dann noch einzelne Artikel geben.
Keine Zeit zum Kochen? Seit Wochen nichts als Nudeln? Oder sind die auch schon aus? Und was ist eigentlich unverzichtbar bei der Grundausstattung jeder Studentenküche?
Wie gut dass es Cat gibt! Die ehemalige Sozialpädagogikstudentin sammelt Rezepte, die auf das Studentenleben zugeschnitten sind. Seit 2002 stellt sie diese auch ins Internet und freut sich mittlerweile über etwa 1000 Besucher am Tag. Unter www.studentenkochbuch.net gibt es Rezepte, die auf Geldbeutel und Zeitmangel Studierender zugeschnitten sind. Wie wäre es zum Beispiel heute mit dem 30-Sekunden-Salat oder der schottischen Orangen-Karotten-Suppe, die Cat (Claudia Otto) besonders empfiehlt? Auf der seiteninternen Suchmaske kann der Schwierigkeitsgrad und die Zeit angegeben werden, die man zum Kochen aufwenden möchte, übersichtlich wird auch direkt vermerkt, ob vegetarisch oder nicht. Wahlweise gibt es “Was Kleines”, “Was Großes”, “Was Suppiges”, “Was Besonderes” oder “Was Salatiges” zur Auswahl, hinterher bietet sich dann noch “Was Süßes” oder “Was Trinkbares”.
Doch erstmal muss eingekauft werden. Unter “Infos & Tipps” erfahren wir auch, was wir immer im Haus haben sollten, um spontan loskochen zu können. Von A wie Alla Emiliana zu Tagliatelle bis Z wie Zucchinischiff ist dabei nicht nur die deutsche Küche vertreten. Cat lässt sich aus aller Welt Rezepte schicken und kocht diese eifrig nach, um sie mit Foto ins Netz stellen zu können. „Ich möchte mit dem Kochbuch erreichen, dass die Leute Freude am Kochen haben, Lust am Experimentieren und dass natürlich auch die Kreationen der Nachwelt erhalten bleiben. Im Kochbuch sollen nur Rezepte enthalten sein, die jeder relativ einfach auch nachkochen kann ohne Fachausdrücke zu kennen wie Blanchieren, einreduzieren oder ähnliches.“![]()
Na? Appetit bekommen? Cat betreut übrigens hauptberuflich Menschen mit körperlichen Einschränkungen bei der Berufsfindung. Ihr Hobby ist neben dem Kochen die Reptilienzucht.
In der breiten Öffentlichkeit ist das Bild vom kaffeetrinkenden Studenten weit verbreitet. Gerade im Zeitalter der Kaffeeshops scheinen diese bei Studenten sich einer großen Beliebtheit zu erfreuen bieten sie auch noch einen kostenlosen Internetzugang, kann man sich schon fast sicher sein, dass die Studenten in Scharen herbeiströmen.
Aber woher stammt eigentlich diese Kaffeesucht während des Studiums. Gehen wir einmal vom strebsamen und wissensdurstigen Studenten aus, müssen die Ursachen für den übermäßigen Kaffeekonsum wohl an den langen Lernnächten und der ständigen Beanspruchung des Gehirnes liegen. Um es vor Ermüdung zu schützen, werden literweise Kaffee konsumiert, um den Leistungsansprüchen gerecht zu werden. Wenn man dann auch noch wissenschaftliche Studien
Glauben schenkt, macht also kreativer, intelligenter und ausdauernder. Ähnlich wie beim Hochschulranking müsste hier die Leistung für den Konsum entscheidend sein. Nicht schlecht für den strebsamen Studenten, aber sein Anteil an den Kaffee-Konsumenten dürfte nur rund 20 Prozent betragen.
Dem Großteil jener Kaffee-Klientel unter den Studenten dient der Kaffee einfach als Muntermacher. Man schläft halt gerne lang, quatscht bis in die Nacht hinein, trifft Freunde, geht Tanzen, muss Arbeiten – die Liste der abendlichen Gestaltung nimmt bei Studenten einfach kein Ende und dann die Rettung am nächsten Morgen – Kaffee! Er steigert die Gehirndurchblutung sowie Reaktionsgeschwindigkeit und die Aufnahmebereitschaft, hebt die Stimmung und fördert gute Laune – welch ein Wunder, dass nicht alle Menschen diesem Wundermittel verfallen sind, aber viele dürften nicht mehr fehlen, denn immerhin werden Deutschland 73 Milliarden Tassen täglich davon konsumiert.
Leider beachten die meisten Studenten die Wirkungszeit des anregenden Getränkes, denn erst nach 45 Minuten wird diese zur vollen Entfaltung gebracht, womit die erste Vorlesung schon zur Hälfte vorüber ist, bis die ersten Denkprozesse im Gange sind. Wenn dann noch weitere Seminare auf dem Plan stehen – einfach nachschütten, denn Automaten gibt es auf dem Campus genug.
Ich habe mir eine neue Brille zugelegt. Sie besteht aus einem schwarzen, eckigen Plastikgestell, auf den Bügeln steht in Großbuchstaben KRASS geschrieben. Sie ist ausdrucksstark, sagen meine Freundinnen, intellektuell wirke sie, ganz schön KRASS irgendwie.
Ich denke, dass Brillen eigentlich das Goldkettchen für Studis sind. Man sieht sie von weitem, sie sind ganz eindeutig ein Statussymbol… für was eigentlich? Für Intelligenz? Wahrscheinlich. Sie sollen ganz klar zeigen, dass ihre Besitzer gerne lesen und mit Vorliebe viele Fremdwörter verwenden, außerdem, dass sie szenig sind und individuell – denn sonst würden sie eine 0815 – Fielmannbrille mit unauffälligem Gestell tragen.
Ich gebe zu, ich mag meine neue Brille gerade weil sie besonders ist! Und es gibt noch einen weiteren, ungewöhnlichen Grund: Ich merke, dass meine Brille eine gewisse Ausstrahlung hat, die die Menschen einschüchtert. Ein Beispiel: Ich lasse im Supermarkt meinen Einkaufswagen stehen und gehe zwei Regale weiter, um mich auf die Suche nach unauffindlichen Lebensmitteln zu begeben. Nach drei Minuten komme ich wieder und sehe einen Sicherheitsmann mit genervtem Blick genau neben meinem Wagen warten. Noch eine Minute mehr und er hätte ihn wahrscheinlich entfernt. Er guckt grimmig. Ich wappne mich schon innerlich mit Entschuldigungen und stelle vorsichtshalber meine Gesichtszüge auf „betont-freundlich-beschwichtigend“ ein. Er sieht mich kommen, will seinen Mund gerade öffnen, besinnt sich auf einmal wieder und geht davon. – Was habe ich getan? In solchen Situationen bin ich sonst immer das erste Opfer, auf das sich unfreundliche Wachmänner stürzen würden. Nach einigen Minuten intensiven Nachdenkens wird es mir klar: Er hat meine Brille gesehen!
Ich gerate seitdem immer wieder in ähnliche Situationen: Leute gucken mich erst böse an, stocken plötzlich und gehen weiter. Ich schwöre, es liegt an meiner Brille – sie macht einfach Eindruck. Sie vermittelt den Leuten das Gefühl, dass man mich besser nicht dumm anmacht, dass ich mir das nicht gefallen lassen werde. Das stimmt zwar keineswegs, aber genau deswegen liebe ich diese Brille