Nur wenige Schritte im Leben verändern das Leben so nachhaltig wie ein beruflicher Wechsel ins Ausland. Entsprechend gründlich sollte eine solche Veränderung überlegt und geplant sein. Der Erwerb von ausreichenden Sprachkenntnissen stellt dabei nur einen Baustein von vielen dar. Denn gerade im Berufsleben gilt: andere Länder, andere Sitten.

Zunächst ist vor allem Anpassung angesagt

Mit einer der wichtigsten Punkte bei der Aufnahme einer Arbeitsstelle im Ausland ist die Bereitschaft zur kulturellen Öffnung. Denn als Gast in einem fremden Land ist es notwendig, sich den dortigen Sitten weitestgehend anzupassen. Deshalb sollte man bereits mit der eigenen Bewerbung um einen Job oder ein Praktikum signalisieren, dass man sich über die Gepflogenheiten der neuen Heimat eingehend informiert hat. Vielfach werden nämlich im Ausland Bewerbungen nach völlig anderen Gesichtspunkten verfasst und zusammengestellt als dies in Deutschland üblich ist. Eine bloße Übersetzung der deutschen Unterlagen genügt häufig nicht, um den potentiellen Arbeitgeber im Gastgeberland zu überzeugen, dass man der oder die Richtige für den ausgeschriebenen Posten ist. Spezielle Bewerbungstipps zu einzelnen Ländern lassen sich hier oder einfach über eine Suchmaschine im Internet recherchieren.

Keine Angst vor Fremdsprachen

Wer keine Neigung verspürt, eine fremde Sprache sorgfältig zu lernen, sollte sich lieber noch einmal überlegen, ob eine Auswanderung tatsächlich eine gute Idee ist. Denn ohne vernünftige Kenntnisse der Sprache hat man im Ausland so gut wie keine Chance auf qualifizierte und damit auch gut bezahlte Tätigkeiten. Sicherlich spielen auch in Deutschland erworbene Qualifikationen eine wichtige Rolle. Entscheidend ist aber, dass man diese beruflichen Kenntnisse auch anwenden kann. Dies ist meist nur in sehr eingeschränktem Maße möglich, wenn man mit Vorgesetzten, Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern nur auf eingeschränkte Weise kommunizieren kann.

Wo werde ich gebraucht?

Eine andere entscheidende Frage vor dem Auswandern ist, wo im Ausland man mit den eigenen beruflichen Erfahrungen die besten Chancen hat. Auch wenn das Traumziel Australien heißen sollte, sollte man von diesem Abstand nehmen, wenn die eigene Berufsgruppe dort vermehrt von Arbeitslosigkeit betroffen ist. Die berühmte Taube auf dem Dach bedeutet auf diese Situation übertragen, dass es besser ist, in Oslo in Lohn und Brot zu stehen, als in Melbourne eine Abschiebung wegen anhaltender Arbeitslosigkeit fürchten zu müssen.

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